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Nettetal: Somedi hilft seit 30 Jahren

Nettetal : Somedi hilft seit 30 Jahren

Der Verein für sozial-medizinische Hilfe aus Nettetal hat 10 000 Euro für Straßenkinder und eine Lepraschule in Indien gespendet. Geschäftsführer Stefan Voormanns ist gestern nach Mumbai geflogen.

Der Zweite Weihnachtstag war für die Nettetaler Hilfsorganisation "Somedi" ein besonderer Tag. Stefan Voormans flog mit einigen Freunden nach Mumbai in Indien, um die in den vergangenen beiden Jahren geförderten Projekte zu besichtigen, neue Kontakte zu pflegen und vor allem zu schauen, ob Geräte und Mittel angekommen sind und im Sonne des Somedi-Stiftungsauftrages verwendet werden. Flug und Reisekosten durch Indien tragen die Teilnehmer der Nettetaler Delegation wie immer selbst. Die Nettetaler erwarten eine anstrengende Reise und mehrere Tausend Kilometer durch Indien.

10 000 Euro konnte Somedi rechtzeitig vor Weihnachten überweisen — je 5000 Euro für ein Straßenkinder- und ein Lepra-Projekt. "Das war ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk", schrieb Bipin Pani, Leiter der "Nirmala Leprocy School" in Dhanbad. Nur ein kleiner Teil der Kinder ist selbst an Lepra erkrankt. Jedoch leben die meisten Menschen in der Region rund um Dhanbad in Großfamilien. Wenn nur eine Person aus der Familie an Lepra erkrankt, wird die ganze Familie geächtet. Dies bedeutet auch, dass die Kinder nicht mehr zur Schule gehen dürfen und ihnen somit der Weg zur Bildung und aus der Armut heraus verschlossen wird.

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Die Nirmala Leprocy School versucht möglichst viele Kinder aufzufangen. Geleitet wird die Schule mit Krankenhaus von Priestern der Diözese Jamshedpur und Missionarinnen der Barmherzigkeit, dem Orden der Mutter Theresa. Dass die Schule in katholischer Leitung ist, bedeutet nicht, dass nur Christen dort zur Schule gehen dürfen. Sowohl Hindus als auch Moslems findet man unter den Schülern.

Ebenfalls 5000 Euro überwies Somedi an sein Straßenkinder-Projekt. Mit einem indischen Hilfswerk werden Straßenkinder in Mumbai, mit Nahrung versorgt. Für das Essen müssen sie allerdings 2 Rupien bezahlen. Dies entspricht etwa 3 Cent. Das Geld wird wie auf einem Sparbuch für die Kinder angespart, und sie können frühestens nach einem halben Jahr an das Geld heran kommen. In dieser Zeit können die Sozialarbeiter des indischen Hilfswerks auf die Kinder einwirken, dass diese die Straße verlassen und in Heime gehen, in denen ihnen eine Ausbildung angeboten wird. Nach dieser Ausbildung haben sie sich durch ihr Sparbuch schon einen Grundstock für ihren Eintritt in ein selbstständiges Leben geschaffen.

Durch die mehr als 30-jährige Erfahrung des Vorsitzenden Dr. Ramesh Modi, der den Verein 1981 mithilfe der Leuther gründete, haben sowohl Voormans als auch die anderen Vorstandsmitglieder viel über Entwicklungshilfe gelernt. So arbeitet Somedi immer mit Partnern in den jeweiligen Ländern zusammen. Dadurch konnte Somedi auch die Verwaltungskosten konstant niedrig halten. "Von 100 Euro Spendengeldern kommen 95 Euro bei den Betroffenen an", sagt Kassiererin Nicole Lueb. Für das nächste Jahr plant Somedi unter anderem , wieder einen Container mit medizinisch-technischen Hilfsmitteln nach Indien zu senden.

(le-)