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Nettetal: Neue Runde für den Sport

Nettetal : Neue Runde für den Sport

Die Stadtverwaltung hat die neuen Sportförderrichtlinien überarbeitet. Entschieden wird darüber erst im kommenden Jahr. Es gibt Anträge und Prüfaufträge sowie das Ziel, eine möglichst gerechte Lösung auszuarbeiten.

Willi Wittmann nickte zufrieden, als der Rat seinen Beschluss zur Sportförderung fasste. "Ich bin mit der getroffenen Regelung sehr zufrieden. Unsere Überlegungen sind da eingeflossen" sagte er. Zufrieden war auch die ABK, deren Fraktionsvorsitzender Hans Overhage darauf gedrungen hatte, Vereine mit eigenen Anlagen anders einzuordnen als die, die auf städtischen Anlagen zurückgreifen.

Die Stadt will künftig Benutzungsentgelte erheben. Damit sind die Vereine einverstanden, falls sie nicht mehr belastetet werden als heute. Die Stadt verspricht sich von der Einrichtung eines Betriebs gewerblicher Art steuerliche Vorteile. Den Vereinen versprach sie, mit städtischen Tochtergesellschaften auszuloten, ob und welcher Form die durch Sponsoring oder Spenden gemeinnützige Aufgaben der Vereine im Rahmen des Sportförderkonzepts unterstützen können.

Unsicherheit bei Vereinen

Das sorgte prompt für viel Unsicherheit bei den Nettetaler Vereinen und auch im Stadtsportverband (SSV). In einem Brief an die Verwaltung machte der SSV deutlich, dass er sich auf vage Versprechungen nicht einlassen wolle.

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Ohne eine klare und verlässliche Aussage zum Ausgleich der Mehrbelastungen, die die Vereine mit dem Benutzungsentgelt zu tragen hätten, sei der Verband jedenfalls nicht einverstanden. Dem SSV bleibt wichtig, dass kein Verein mehr als Entgelt aufbringen muss, was er bisher mit dem freiwilligen Solidarbeitrag leistet.

Die CDU-Fraktion hatte bereits während der Beratungen eine Bedingung formuliert, unter der sie dem Betrieb gewerblicher Art zustimmen könne: Sie verlangt die verbindliche Auskunft des Finanzamtes darüber, dass die erwarteten steuerlichen Vorteile tatsächlich eintreten. Sie verweist auf ein ähnliches Konstrukt der Stadt Tübingen aus den Jahren 2009 und 2010. Nach einer zwischenzeitlichen Prüfung haben die Finanzbehörden keine Einwände gegen diese Form des Betriebs gewerblicher Art erhoben.

Die Förderrichtlinien wurden daher jetzt nicht abschließend auf den Weg gebracht. Diese und andere Details bearbeitet die Verwaltung, um sie dem Sportausschuss und dann erneut dem Rat vorzulegen. Dazu gehört auch die über Anträge formulierte Forderung der Vereine TSV Kaldenkirchen, SuS Schaag und Union Nettetal, die unterschiedliche Belastung durch den Betrieb auf eigenen Anlagen zu prüfen und gegebenenfalls die Sportförderrichtlinien anzupassen.

Geprüft wird unter anderem auch, ob die Unterhaltungspauschale, die Vereine mit eigenen Anlagen erhalten, erhöht werden kann. Im Doppelhaushalt 2011/2012 sind diese zusätzlichen Mittel allerdings nicht veranschlagt worden.

(RP)