Im März 2019 beginnt die Sanierung der Lobbericher Werner-Jaeger-Halle

Lobberich: Vorerst letzter Vorhang fällt im März 2019

In knapp vier Monaten wird die Lobbericher Werner-Jaeger-Halle ausgeräumt. Bürgermeister Christian Wagner trat im Kulturausschuss dem Gerücht entgegen, die Sanierung der Theaterspielstätte könne teurer werden als geplant.

Der Bürgermeister stellte von vornherein klar: „Auf Fragen nach Mehrkosten kann es derzeit keine Antwort geben, wir sind mitten in der Planungsphase.“ Christian Wagner (CDU) erläuterte im Ausschuss für Kultur und Städtepartnerschaften am Donnerstagabend im Rathaus, wie es um die Sanierung der Werner-Jaeger-Halle in Lobberich bestellt ist: Nach „bürokratischen Hemmnissen“ steige man nun konkret ins Projekt ein.

„Wir sind jetzt auf einem guten Weg“, sagte Wagner. Allerdings gab er Anlaufschwierigkeiten zu: Bei den europaweiten Ausschreibungen einzelner Gewerke, also Auftragsarbeiten in verschiedenen Bereichen des Projekts, habe man feststellen müssen, dass teilweise „die Resonanz nicht gerade überbordend“ gewesen sei. Dabei hatte die Stadt ursprünglich das Modell einer sogenannten Öffentlich-Privaten Partnerschaft (ÖPP) favorisiert, nach dem alle Aufgaben einem Generalunternehmer übertragen werden sollten. Doch eine Voraussetzung, um an Zuschüsse zu kommen, war die Einzelvergabe verschiedener Gewerke. Entsprechend waren in diesem Frühjahr 2,4 Millionen Euro Fördergelder aus einem Bundes-Fonds zur Sanierung kultureller Einrichtungen bewilligt worden.

Zur Erinnerung: Weil die im Jahr 1974 fertiggestellte Werner-Jaeger-Halle, Aula des Werner-Jaeger-Gymnasiums und Theater-Spielstätte der Stadt, Mängel wie ein undichtes Dach und nicht mehr voll funktionstüchtige Einrichtungen aufwies, beschloss der Stadtrat im März 2017, die Halle für knapp sechs Millionen Euro sanieren zu lassen. Überlegungen für einen Abriss und Neubau waren verworfen worden. Beginnen sollen die Arbeiten nach Abschluss der Theater-Saison 2018/2019, die wegen des Umbaus zwei Monate früher als üblich endet.

Nachdem im Oktober ein Vertrag über Planungs- und Ingenieurleistungen mit dem Büro Meyer Architekten aus Düsseldorf geschlossen wurde, gehe es zügig voran: „Noch in diesem Jahr wird es einen Kick-Off-Termin geben“, kündigte Wagner an. Soll heißen: Mit Meyer Architekten, dem Nettebetrieb und weiteren Beteiligten werde man vor Ort prüfen, in welcher Reihenfolge welche Arbeiten erfolgen sollen. In gut vier Monaten gehe es los, sagte Wagner: „Wir gehen davon aus, dass wir im März damit beginnen, die Halle auszuräumen.“

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Auf Nachfrage von Hans Kettler (SPD), wie lange umgebaut werde, sagte Wagner: „Die Bauplanung wird bis in den Herbst 2019 dauern.“ Vorher werde man entscheiden, ob in der eigentlichen Umbauphase nach der Saison 2019/2020 „noch eine komplette Spielzeit woanders stattfinden muss“. Möglicherweise werde man auch nur einige weitere Monate überbrücken.

Michael André (WIN) wollte wissen, ob man beim Ausräumen auf Schadstoffe stoßen könne. Laut Wagner haben die bisherigen Untersuchungen „keine Erkenntnisse über Schadstoffe“ ergeben. „Wenn man etwas aufmacht, weiß man nie, auf was man stößt“, sagte Wagner. Er rechne aber nicht mit unliebsamen Überraschungen, die Mehrkosten verursachen könnten: „Stand jetzt gibt es keine Hinweise, dass die Kostenobergrenze nicht eingehalten werden könnte.“ Damit trat er Mutmaßungen entgegen, alles könne länger dauern und teurer werden. Sollte man jedoch feststellen, dass „die Aktivitäten erheblich mehr kosten würden, müssten wir ganz neu beraten“, sagte er.

Während der Sanierung der Werner-Jaeger-Halle finden Kulturveranstaltungen an Ausweichspielstätten statt, so ab September 2019 auch in der Aula der Realschule in Kaldenkirchen. Dafür wird die Aula vom Nettebetrieb „theaterspezifisch“ hergerichtet, entsprechende Technik wird mit Haushaltsmitteln angeschafft oder angemietet. Bis zur Neueröffnung der sanierten Halle nutzt das Werner-Jaeger-Gymnasium ersatzweise seine Mensa als Aula. Für größere Veranstaltungen wie Abiturfeiern wird die Stadt andere Räumlichkeiten anmieten.

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