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Nettetal: GGS aus Breyell kommt Europa näher

Nettetal : GGS aus Breyell kommt Europa näher

Die Gemeinschaftsgrundschule hat als erste überhaupt ein Zertifikat für europäische Zusammenarbeit erhalten. Die Provinz Limburg hat bisher nur eine Realschule und ein Gymnasium in Deutschland damit ausgezeichnet.

Für ihre grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit der Grundschule (Basisschool) "Triangel" in Linne bei Roermond hat die Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Breyell das Euregiozertifikat der Provinz Limburg herhalten. Sie darf sich nun offiziell "Euregioschool" nennen. Schulleiter Horst Gerlach ist stolz auf die Auszeichnung, er ist überzeugt vom Projekt, das den Austausch zwischen deutschen und niederländischen Schülern fördern soll. "Nach meinem Wissen sind wir sogar die erste Grundschule, die dieses Zertifikat erhalten hat", berichtet Gerlach. Lediglich eine deutsche Realschule und ein deutsches Gymnasium tragen die Auszeichnung ebenfalls bisher.

Die Provinz Limburg hatte sich seinerzeit an die Schulbehörde des Kreises Viersen gewandt mit der Bitte, Schulen für eine mögliche Zusammenarbeit zu nennen. Die Behörde fragte Gerlach nach seinem Interesse. Denn die GGS Breyell bietet im Rahmen der Offenen Ganztagsschule Niederländisch als freiwilliges Wahlfach an. An der Partnerschule in Linne wird Deutsch regulär als Schulfach unterrichtet. Das schien also zu passen.

"Wir haben im Kollegium darüber gesprochen. So etwas geht nur gemeinsam mit den Kollegen. Sie müssen überzeugt sein, und man darf sie nicht überfordern", erklärt Gerlach. Am Ende einer intensiven Beratung stand die Zustimmung im Kollegium zum Projekt. Nach gegenseitigen Besuchen der Kollegien und einer gemeinsamen Fortbildung mit den niederländischen Kollegen gab es den ersten Austausch zwischen den Schülern der vierten Klassen. In der Grundschule steht gemeinsamer naturwissenschaftlicher Unterricht auf dem Programm. Er wurde im Rahmen einer Doppelstunde in Breyell abgehalten. Anschließend gab es ein gemeinsames Mittagessen für die Kinder.

"Es ist toll zu sehen, wie die Schüler trotz ihrer Sprachbarriere schnell miteinander zurecht gekommen sind", beschreibt Gerlach seine Eindrücke dieses Tages. So gab es in den Pausen zu einem "Länderspiel" zwischen Deutschland und Holland, das 3:3 endete. Für Gerlach ist das Projekt "gelebtes Europa", denn seine Schüler kennen nur den Euro als Währung für mehrere Länder, befestigte Grenzen oder Kontrollen kennen sie schon einmal gar nicht mehr. "Ich kenne noch Stacheldraht und Schlagbaum an der Grenze", erinnert sich Gerlach.

Für ihn wird diese Generation die europäische Idee, gefördert durch Projekte dieser Art, auf eine neue Ebene heben. Solch ein Projekt diene dem gegenseitigen Kennenlernen und der Förderung von Verständnis für den jeweils anderen. Außerdem gewinnen die Kinder mit solchen Begegnungen neue Kontakte, ihr Horizont erweitert sich. Als nächstes steht ein gemeinsamer Unterricht beider Schulen in Linne auf dem Programm, ebenfalls in Naturwissenschaft.

Die Provinz Limburg wird nun regelmäßig einmal im Jahr die Arbeit der Schulen begutachten, um das Zertifikat fortzuschreiben. Allerdings ist inzwischen auch die Europäische Union auf das Projekt aufmerksam geworden. Sie hat es mit dem Europäischen Bürgerpreis für ein besseres gegenseitiges Verständnis, mehr Integration und eine bessere grenzüberschreitende Zusammenarbeit innerhalb Europas ausgezeichnet. Der Preis wird der Breyeller Grundschule im Oktober überreicht.

(pepp)