Nettetal: Die Ludbach-Passage - eine Bedrohung?

Nettetal: Die Ludbach-Passage - eine Bedrohung?

Lobberichs Einzelhandel klagt über fehlende Kunden und verweist auf die zahlreichen Leerstände in Hoch- und Marktstraße. Es fehlt noch die Anbindung des neuen Einkaufszentrums an die Innenstadt. CDU hörte viele Klagen.

Ein Jahr nach der Eröffnung der Ludbach-Passage mit dem SB-Kaufhaus "Kaufland" und verschiedenen Fachmärkten auf dem ehemaligen Hölter/Longlife-Gelände an der Johannes-Cleven-Straße nähert sich die Stimmung der Lobbericher Einzelhändler dem Nullpunkt. "Die Ludbach-Passage ist eine Bedrohung", behauptete Hendrik Funcke bei einem Diskussionsabend der Lobbericher CDU. Gut 50 Geschäftsleute kamen und klagten dort überwiegend ihr Leid. Doch gab es auch nachdenkliche Überlegungen, was man selbst falsch gemacht haben könnte.

Mit der Ansiedlung von Kaufland war die Hoffnung verbunden, dass mehr Kunden in die Lobbericher Innenstadt kommen. Johannes Bäumges (Nicus am Markt) hat die gegenteilige Erfahrung gemacht: "Uns fehlen Menschen, die an den Geschäften vorbeigehen." Durch eine veränderte Verkehrsführung am alten Markt "sind wir praktisch abgeschnitten". So reizvoll der Markt nun auch sei, so "ist er doch ein toter Platz, es fehlt die Gastronomie", ergänzte Barbara Winz-Gliewitzki. Ein Bistro im Rathaus mit Sonnenschirmen und Tischen vor der Tür musste schließen, weil die Anforderungen an umweltverträgliche Entsorgung baulich nicht zu stemmen waren.

Nach Ansicht von Fabian Matussek (Buchhandlung am Markt) finden die Kunden von der Ludbach-Passage den Weg in die Innenstadt nicht, weil Hinweise fehlen und der Weg miserabel zu begehen sei und fast ganz im Dunkeln liege: "Da ist das Ende der Welt." Außerdem würden Parksünder extrem verfolgt: "Das vertreibt die Kunden." Für ihn passtt der Ruf nach Außengastronomie nicht zusammen mit der Anhebung der Nutzungsgebühren: "Die kostet jetzt ein Schweinegeld."

  • Fotos : Eröffnung der Ludbach-Passage

Karl-Albert van den Eynden (Schuhhaus Marktstraße) wartet weiter auf die "versprochene Frequenz", stattdessen werde es weniger "in der schön gestalteten Innenstadt". In der Stadt selbst fehlten Frequenzbringer: "Als Ernsting's Family noch in der Hochstraße war, kamen Leute auch zu uns." Er halte das Einkaufszentrum für eine Nummer zu groß. Nun kämen weitere 400 m² Geschäftsfläche im Haus der Baugesellschaft hinzu: "Wo soll das hinführen bei acht Leerständen in Hoch- und Marktstraße?"

Dem Confiseur Marcel Seeger behagten die Klagen nicht. Er riet, auch darüber nachzudenken, "was man selbst falsch gemacht haben könnte". Seiner Meinung nach ist beispielsweise das Mietniveau in der Hochstraße zu hoch. Junge Unternehmer hätten die Chance, ein Geschäft zu eröffnen. Er höre oft auch Klagen über geschlossene Geschäfte über Mittag oder am frühen Samstagnachmittag. Schließlich müsse man langfristig Strukturen aufbauen, um eine "bessere Kundschaft zu gewinnen. FRAGE DES TAGES

(mme)