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Nettetal: Mehr Stopp als Go

Nettetal : Mehr Stopp als Go

In Lobberich ist der Verkehrsfluss vorerst dahin. Die Ampeln in der Freiheitstraße sind nicht gut aufeinander abgestimmt. Autofahrer und Anwohner sind zunehmend genervt. Angeblich ist aber Abhilfe in Sicht.

Seit der Eröffnung der Ludbach-Passage haben die Lobbericher Großstadt-Feeling. Sie erleben täglich Stop-and-Go-Verkehr im Umfeld des Einkaufszentrums. Vor allem auf der Freiheitstraße und dem Fenland-Ring bricht regelmäßig der Verkehrsfluss zusammen. Genervt sind nicht nur die Autofahrer. Auch die Anwohner dort sind verärgert.

"Die normale Situation auf unserer Straße war ja schon schlimm genug, aber jetzt ist die Situation unerträglich geworden", sagt Gerta Peschkes. "Ich will ja nicht alles negativ sehen, aber zu den Stoßzeiten haben wir keine Chance, aus unserer Einfahrt auf die Straße zu fahren", fügt sie hinzu. Ganz schlimm hat es Sabine Osterkamp getroffen, die völlig entnervt ist. Sie wohnt mit ihrer Familie an der Ampel am Hertie-Gebäude. "Wir haben schon überlegt, ob wir unser Haus verkaufen sollen", sagt sie.

Denn auch die Osterkamps kommen kaum in die Freiheitstraße. "Nahezu unmöglich ist es, Richtung Krankenhaus zu fahren", sagt Sabine Osterkamp, die schon brenzlige Situationen erlebte. Sie muss rückwärts aus ihrem Grundstück stoßen und hoffen, dass man sie durchlässt. Mitten auf der Straße stehend, muss sie dann zusehen, wie sie in Richtung Krankenhaus kommt. Es habe auch schon einige Unfälle gegeben.

Ampeln gleichschalten

"Warum die Ampeln so geschaltet sind, ist mir schleierhaft", sagt Horst Peschkes erbost. Politiker und Verwaltung hätten versprochen, die beiden Ampeln gleichzu-schalten. "Das ist jetzt jedoch nicht der Fall." Auch Erna Dusen und Jürgen Bredenkamp verstehen die Ampelschaltung nicht, "da braucht man uns jetzt nichts von Probephase zu erzählen, das sind Dinge, die muss man vorher sehen, die waren uns auch vorher schon klar", so Erna Dusen wütend.

Horst Peschkes, lange Jahre im Nettetaler Ordnungsamt tätig, sieht eine weitere Gefahr: "Wenn hier die Autos auf beiden Fahrspuren stehen, kommen weder Polizei, Feuerwehr noch Rettungswagen hindurch", sagt er. Ein kleiner Kreisverkehr wie in Kaldenkirchen hätte anstelle der zweiten Ampel auch gepasst, meint Bredenkamp. Gerta Peschkes versteht es sowieso nicht, dass der Verkehr von Kaufland aus nicht direkt nach links über die Freiheit- Richtung Breyeller Straße geführt wurde. "Dann könnte der Verkehr besser abfließen."

Nach dem 24. Oktober soll es besser werden, versprach die Stadt im Verkehrsausschuss. Die Ampelschaltung sei noch nicht genau aufeinander abgestimmt, das Fachunternehmen habe sich für diesen Tag angesagt. Bei Zählungen des Verkehrs nach Öffnung des Einkaufszentrums seien die Prognosen erfüllt worden.

(ivb)