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Nettetal: Kinder üben auf den Bahngleisen

Nettetal : Kinder üben auf den Bahngleisen

Die Bahnpolizei vermittelt Kindern, welche Gefahren an Gleisen lauern können. Die Lambertus-Grundschule war dabei. Der achtjährige Daniel steht ungeduldig vor der Schranke am Bahnübergang auf der Biether Straße. Es ist fünf Minuten vor acht Uhr, in wenigen Minuten klingelt es zum Unterrichtsbeginn. Ein Blick auf seine Uhr zeigt dem Schüler, dass er die rund 400 Meter bis zur Schule nicht mehr rechtzeitig schaffen kann. Er rennt los, im Zickzack durch die geschlossenen Schranken. Einen Augenblick war er unvernünftig – und bezahlte dies mit seinem Leben. Denn er hatte den von rechts aus Richtung Boisheim nahenden Zug nicht gesehen.

Die Bahnpolizei vermittelt Kindern, welche Gefahren an Gleisen lauern können. Die Lambertus-Grundschule war dabei. Der achtjährige Daniel steht ungeduldig vor der Schranke am Bahnübergang auf der Biether Straße. Es ist fünf Minuten vor acht Uhr, in wenigen Minuten klingelt es zum Unterrichtsbeginn. Ein Blick auf seine Uhr zeigt dem Schüler, dass er die rund 400 Meter bis zur Schule nicht mehr rechtzeitig schaffen kann. Er rennt los, im Zickzack durch die geschlossenen Schranken. Einen Augenblick war er unvernünftig — und bezahlte dies mit seinem Leben. Denn er hatte den von rechts aus Richtung Boisheim nahenden Zug nicht gesehen.

"Zum Glück hat es so etwas in Breyell noch nicht gegeben", beschwichtigt Polizeihauptmeister Uwe Kaiser die Mädchen und Jungen des dritten Schuljahres an der Lambertusschule. Er hat die dramatisch Szene zu einem den Kindern vertrauten Ort geschildert, um sie aufzurütteln. Die Bahnpolizei vermittelt mit dem Projekt "Bahnhöfe sind keine Abenteuerspielplätze" Kindern, wie gefährlich es ist, achtlos Gleise zu überqueren oder darauf zu spielen. Der Polizeihauptkommissar übt mit den Drittklässlern der Lambertusschule Verhaltensregeln an Bahnanlagen ein. Im ersten Teil der Unterrichtsstunden geht er theoretisch auf Gefahren für Kinder ein. Bundesweit hat die Deutsche Bahn rund 5600 Bahnhöfe und Haltepunkte. Dort kommt es immer wieder zu Unfällen, die meist tödlich enden. Kinder und Jugendliche gefährden oft durch Leichtsinn und Unachtsamkeit sich und andere.

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"Achtsamkeit kann also Leben retten", sagt Uwe Kaiser, der für die Bundespolizeiinspektion Kleve präventiv aufklärt. Er testet das vorhandene Wissen der Kinder. Ist ihnen die Gefahr bewusst, die an Bahngleisen lauern kann? "Wenn Unfälle an Bahnanlagen passieren, liegt es meist am falschen Verhalten und daran, dass Gefahren unterschätzt werden", erklärt er. Dann gibt er eine Einführung darin, wie man sich an Bahnanlagen verhalten sollte.

Den Kindern erzählt er, dass ein Zug nahezu so schwer wie 18 ausgewachsene Elefanten ist. Wenn er bremsen muss, legt er noch einen Kilometer zurück. "Ein normaler Pkw hat einen Bremsweg von 48 Metern", sagt er. "Ein Zug kann also bei Weitem nicht so schnell anhalten wie ein Auto". Und ein Zug kann nicht ausweichen. "Er hat kein Lenkrad, sondern fährt auf Schienen", weiß der siebenjährige Niklas.

Nach der Theorie gehen die Kinder mit ihrer Lehrerin Frauke Gerland zum Bahnübergang Biether Straße. Dort demonstriert der Präventionsbeamte, wie man sich beim Überqueren der Gleise verhalten muss: "Auf das Licht achten und vor Betreten der Bahngleise immer nach links und nach rechts gucken. Ist kein Zug in Sicht, dann schnell über die Gleise laufen", sagt er und nimmt Kinder an die Hand, um mit ihnen die Gleise zu überqueren. Immer wieder zeigt er ihnen, wie sie sich richtig verhalten. Um Kinder zu sensibilisieren, will er sie so früh wie möglich aufklären über die Gefahren, die da lauern. Am Ende der Aktion verteilte er an jedes Kind einen Kinderpass und eine Urkunde über die erfolgreiche Teilnahme zum richtigen Verhalten an Bahnanlagen.

(RP/ac)