Moerserin möchte sich Lebenstraum erfüllen

Moers : Moerserin möchte sich Lebenstraum erfüllen

Schottland ist das ganz große Ziel von Katja Königs. Weil sie an einer schweren Lungenerkrankung leidet, ist ihr Traum noch nicht in Erfüllung gegangen. Die 50-Jährige hofft auf Unterstützung.

Nie war Verreisen leichter als heute: Reiseziel eingeben, Preise vergleichen, mit einem Klick buchen – und ab zum Flughafen. Katja Königs wäre froh, wenn es auch bei ihr so einfach wäre. Die Moerserin träumt von einem Urlaub in Schottland. Doch ihre Krankheit macht die Pläne kompliziert und teuer.

Vor zehn Jahren diagnostizierte ein Arzt bei Katja König die Lungenkrankheit COPD („Chronic Obstructive Pulmonary Disease“). Ihre Atemwege sind verengt, die Lunge entzündet sich schnell. Nur durch tägliche Atemübungen und ein spezielles Sauerstoffgerät kann sie die COPD aufhalten, allerdings nicht heilen. Mehrmals war Katja Königs im Krankenhaus, zweimal stand sie knapp vor dem Erstickungstod. Wenn sie das Haus verlässt, nimmt sie ein mobiles Sauerstoffgerät mit, um die Lunge und den Kreislauf nicht zu überlasten.

Trotz allem hat sich die 50-Jährige ein Ziel gesteckt: Sie möchte Schottland bereisen. „Ich liebe die wunderschöne Landschaft und mag die Geschichte der Schotten, die immer für ihre Freiheit gekämpft haben“, sagt Katja Königs. Als Mädchen träumte sie davon, auf einem Pferd durch die Highlands zu reiten. „Aber das Schicksal hat mein Leben in eine andere Richtung gelenkt, und dieser Traum ist irgendwann eingeschlafen.“ Dann sah sie die amerikanische Fantasy-Fernsehserie „Outlander“, in der eine Militärkrankenschwester kurz nach dem Zweiten Weltkrieg auf eine wundersame Zeitreise geht und sich plötzlich im Schottland des Jahres 1743 in einer Schlacht zwischen katholischen Schotten und protestantischen Engländern wiederfindet.

Und da war er wieder: der Traum von Schottland. Sie meldete sich bei Facebook-Gruppen an, die sich schottischer Kultur und Geschichte widmen. „Die Fotos, die ich dort sehe, treiben meine Sehnsucht an, Schottland doch noch mal mit eigenen Augen sehen zu dürfen, solange mir meine Lunge das noch erlaubt“, sagt die Moerserin. Eine Begleiterin hätte sie bereits: „Eine Freundin aus München arbeitet bei einer Firma für Beatmungsgeräte und kennt sich gut mit Lungenkranken aus. Sie würde mich nach Schottland begleiten.“

Ein Lungenfacharzt hat grünes Licht für die Reise gegeben. Die Lungenwerte, so lautete seine Diagnose, sprechen aktuell nicht gegen die Strapazen eines Fluges. „Es muss aber ein Nonstop-Flug sein, damit ich nicht zu lange in der Luft bin, außerdem muss mir die Airline gestatten, meinen mobilen Sauerstoffkonzentrator mit in die Kabine zu nehmen“, sagt Katja Königs. Am Zielflughafen in Glasgow müsste sie ein Elektromobil für die Dauer der Rundreise leihen können sowie einen geräumigen Leihwagen für den Transport des Elektromobils.

„Das Problem ist, dass meine Krankheit viele Extras erfordert, die eine Schottland-Reise teuer machen“, sagt Katja Königs. Sie geht von 3000 bis 4000 Euro für zehn Tage mit einfachen Unterkünften aus. „Und da kommt mein zweites Problem ins Spiel“, ergänzt die Moerserin: „Durch COPD bin ich seit einem Jahr Rentnerin und habe nicht die finanziellen Möglichkeiten für diese Reise.“ Sie hofft nun auf Spender und Sponsoren: „Es fällt mir nicht leicht, andere um Geld zu bitten, aber vielleicht ermöglicht mir ja die Summe aus vielen kleinen Einzelspenden, diesen großen Lebenstraum wahr werden zu lassen, bevor ich sterbe.“

Inzwischen sind 1200 Euro durch Spenden zusammengekommen, der Vodafone Shop an der Steinstraße in Moers führte am Samstag eine Benefizaktion für Katja Königs durch, am Rande eines Fußballspiels in Moers soll bald ein Trödelmarkt zu ihren Gunsten stattfinden. Wer Kontakt zu Katja Königs aufnehmen möchte, kann das über ihre private Facebook-Seite tun.