Zukunft nach der Kohle

Leinenweber, Kirchenmänner und und Bergleute prägen die Geschichte der Stadt Neukirchen-Vluyn. Die erste urkundliche Erwähnung von Neukirchen stammt aus dem Jahre 1230. Ein Priester namens Arnoldus des Nyenkerken tritt in der Urkunde als Zeuge auf bei der Unterzeichnung eines Pachtvertrags, den die Mönche des Klosters Kamp mit dem Ritter reinhold von Hülsdonk abschlossen.

Die Neukirchener Kirche, dem heiligen Quirinus gewidmet, war Mittelpunkt des Kirchspiels Neukirchen, zu dem außer dem Ortsteil mit seinen Bauernschaften noch das heutige Vluyn, Niep, Rayen und Teile von Schaephuysen und Rheurdt gehörten. In den Urkunden des Klosters Werden bei Essen wird um 900 eine Landschaft, westlich von Moers liegend, "In Fliunnia”, erwähnt. Sie ist Teil eines Gebietes, das durch die zahlreichen Rheinarme und ihre jahrhundertelangen Überschwemmungen geprägt wurde. In den vergangenen Jahrhunderten wechselten sich Oranier, Preußen und Franzosen in der Herrschaft ab.

1845 gründete Andreas Bräm den Neukirchener Erziehungsverein, der auch heute noch weit über die Grenzen der Stadt aktiv und bekannt ist. 1360 wurde das Schloss Bloemersheim als einfacher Wohnturm gebaut, und 1802 kaufte Friedrich Heinrich von der Leyen, Seiden-Produzent aus Krefeld, von Friedrich August von Pelden Bloemersheim. Der Garten des Wasserschlosses ist heute Veranstaltungsort von Konzerten, literarischen Spaziergängen und eines wunderschönen Weihnachtsmarktes.

Zwischen Neukirchen und Vluyn wurde 1913 auf der Zeche Niederberg die erste Kohle gefördert, Ende 2001 wurde das Bergwerk geschlossen. Die Stadt sieht darin die Chance, durch Wohnbebauung, Gewerbe und Freizeitangebote auf dem rund 85 Hektar großen Areal die Attraktivität von Neukirchen-Vluyn zu steigern. Vor allem junge Familie will man in der Stadt ansiedeln. Geworben wird auch mit der günstigen Verkehrslage, die das Stadtgebiet durchziehenden Grüngürtel, das umfangreiche Rad- und Wanderwegenetz und dem Golfplatz im Stadtteil Niep.

Kultur spielt in Neukirchen-Vluyn eine besondere Rolle. Den beiden für die Stadt typischen Handlungsfeldern "Programmkultur mit anspruchvollen Veranstaltungen in der Kulturhalle Vluyn” und "Offene Kultur” als Vernetzung des örtlichen Kulturpotenzials. Viele Besucher kommen auch zum Märchenfestival rund um die alte Mühle in der Dong.