Frieden geht anders: Viel beachtete Ausstellung in Moers

Moers: Frieden geht anders – und zwar ohne Gewalt

Eine viel beachtete Ausstellung kommt nach Moers, umrahmt von Kabarett, Konzerten und Vorträgen.

„Klar, Frieden ist möglich.“, sagt Martje Mechels. „Nur nicht so, wie das zur Zeit gemeinhin mit militärischer Macht und wirtschaftlichen Interessen im Hintergrund versucht wird. Für Frieden brauchen wir Phantasie, Wissen, Mut und Verständigung.“ Die Pfarrerin, die beim Evangelischen Gemeindedienst für Mission und Ökumene für den nördlichen Niederrhein zuständig ist, weiß wovon sie spricht. Sie hat für den Evangelischen Kirchenkreis Moers organisiert, dass die Ausstellung „Frieden geht anders“, die mit großer Beachtung unter anderem bereits in Aachen, Bonn und Saarbrücken zu sehen war, nach Moers kommt. Genauer: In die Evangelische Stadtkirche.

„Darin zeigen wir Beispiele aus Ländern, wie Mosambik, Südafrika oder Zypern, wo mit zivilen Mitteln erfolgreich Frieden geschaffen oder dazu beigetragen wurde, etwa durch Ungehorsam, Boykott, Konsumverweigerung. Das ist in der Ausstellung sehr beeindruckend und gut aufbereitet“, sagt Mechels. „Wir arbeiten über das Evangelische Schulreferat Duisburg / Niederrhein auch mit Schulen zusammen, so dass Schülerinnen und Schüler in dem kleinen Rundgang und mit multimedialer Unterstützung lernen, dass Frieden ohne militärische Interventionen möglich ist.“

Über diese sinnlich sehr ansprechend gestalteten Beispiele gelungenen Friedens werden in den zwei Wochen in Kooperation mit dem Neuen Evangelischen Forum des Kirchenkreises Moers noch viele besondere Veranstaltungen zum Thema ihren Ort in der Stadtkirche finden. Zum Beispiel am Sonntag, 16. September, 17 Uhr Kabarett von Okko Herlyn und Heike Kehl unter dem Titel „Und ich begehre, nicht schuld daran zu sein“. Oder am Internationalen Friedenstag (21. September) werden die mächtigen Glocken der Stadtkirche gleichzeitig mit Glocken anderer Städte in ganz Europa läuten. Anschließend wird es einen ökumenischen Gottesdienst geben. Vorträge beschäftigen sich zum Beispiel mit dem Krieg in der Türkei gegen die kurdische Bevölkerung (18. September, 19.30 Uhr), mit der internationalen Verantwortung Deutschlands (23. September, 17 Uhr) oder auch ganz selbstkritisch mit der Rolle der Evangelischen Kirche im ersten Weltkrieg (25. September, 19.30 Uhr). Schüler geben ein Konzert, Pastor Imad Haddad aus Ramallah berichtet über das Zusammenleben von Juden, Christen und Muslimen in Israel (26. September, 19.30 Uhr).

„Wir haben eine Menge auf die Beine gestellt, um möglichst viele der Gründe darzustellen, die Frieden verhindern oder ermöglichen“, so Pfarrerin Mechels. „Natürlich wird nicht jede und jeder alle Veranstaltungen besuchen können, aber dennoch werden alle Besucherinnen und Besucher klüger und beschenkt mit dem Wissen die Stadtkirche verlassen, dass Frieden möglich ist und wir in einer Welt leben können mit deutlich weniger Gewalt.“

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Die Ausstellung wurde vom Zentrum Ökumene der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau zusammengestellt. Anhand von sieben konkreten Konflikten aus unterschiedlichen Weltregionen zeigt sie, wie mit gewaltfreien Methoden Kriege und kriegerische Auseinandersetzungen verhindert oder beendet werden konnten.

Am Samstag, 15. September, eröffnen Superintendent Wolfram Syben und Bürgermeister Christoph Fleischhauer in der Stadtkirche Moers gemeinsam die Ausstellung „Frieden geht anders“. Die Eröffnung schließt sich gegen 19 Uhr dem ökumenischen Gottesdienst an, der um 18 Uhr beginnt.

Die Ausstellung in der Stadtkirche ist bis zum 28. September täglich außer montags von 11 bis 17 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Informationen unter www.kirche-moers.de/friedengehtanders

(rp)