Ärger um Obdachlosenunterkunft in Moers

Moers : Ärger um Obdachlosenunterkunft

85 Plätze für Männer und Frauen, die vorübergehend kein eigenes Dach über dem Kopf haben, gibt es an der Römerstraße. Der Zustand der Gebäude ist schlecht, sagt die Stadt.

Mangelnder Komfort? Okay. Kaum Privatsphäre? Nun ja. Was ist angemessen, was akzeptabel und was menschenunwürdig, wenn es um die Unterkunft von Obdachlosen geht? Über diese Fragen wird in Moers gerade viel diskutiert. Im sozialen Netzwerk Facebook berichten Menschen von unhaltbaren Zuständen in der städtischen Notunterkunft an der Römerstraße. Manche Obdachlose würden dort einfach einfach auf die Straße gesetzt, heißt es. Von abgedrehtem Wasser in den Duschen und einem schlechten Umgang miteinander ist die Rede. „Die Würde des Menschen ist unantastbar!“, schreibt ein User. Und: „Gilt das auch für Obdachlose im Wohnheim Römerstraße? Scheinbar nicht.“

Dass es an der Römerstraße in Einzelfällen immer mal wieder zu Problemen mit Bewohnern kommt, bestätigt auch die Stadt. 85 Plätze für Männer und Frauen, die vorübergehend kein eigenes Dach über dem Kopf haben gibt es dort, verteilt auf zwei Häuser. 18 davon sind derzeit belegt. „Der Zustand der Gebäude ist schlecht, keine Frage“, sagt Schröder. „Das Nötigste wird renoviert, mittelfristig werden wir uns aber darüber Gedanken machen müssen, ob die Unterkünfte dort so gehalten werden können. Auf der anderen Seite kommt es aber auch darauf an, wie pfleglich oder nicht mit dem Inventar und den Gebäuden umgegangen wird.“

Die Personen, die an der Römerstraße wohnen, seien nämlich so etwas wie der harte Kern der Moerser Obdachlosenszene, sagt Schröder. „Das sind Menschen, die tatsächlich schwer von der Straße weggkommen, weil sie oft mit mehreren Gesundheits- und Suchtproblemen zu kämpfen haben. Trotzdem müssen sie sich natürlich an gewisse Regeln halten, damit das Zusammenleben funktioniert.“

Vor kurzem seien die Bad- und Toilettenräume in einem der Häuser so stark verschmutzt gewesen, dass sie nicht nur von einer Spezialfirma gereinigt, sondern anschließend auch renoviert werden mussten, berichtet der Stadtsprecher. „Das hat dann tatsächlich drei, vier Wochen gedauert. Im Nachbarhaus haben aber sanitäre Anlagen zur Verfügung gestanden.“ Abgesehen davon, betont Schröder, sei die städtische Unterkunft eigentlich auch nur dafür gedacht, Notsituationen über einen absehbaren Zeitraum überbrücken zu können.

121 obdachlose Menschen haben im vergangenen Jahr Hilfsangebote der Stadt Moers in Anspruch genommen. Das berichtete Anne Willrodt, Fachdienstleiterin für Wohnungs- und Existenzsicherung beim Caritasverband Moers-Xanten, jetzt im Sozialausschuss. Innerhalb der Wohngruppen „kommt es immer wieder mal zu Vorfällen“, sagt auch Willrodt. „Bei Missachtung der Hausregeln folgt jedoch nicht direkt die Entlassung aus der Unterkunft. Zuerst wird versucht, die Menschen durch Ermahnungen und Ansprachen für ihr Verhalten zu sensibilisieren.“ Auf der Straße landeten diese Personen in keinem Fall. Vor einigen Monaten wurden weitere Notschlafstellen in Containern an der Filder Straße eingerichtet. Dort gibt es einen Wachdienst, der regelmäßig nach dem Rechten schaut.

Was den Zustand des Gebäudes an der Römerstraße betreffe, sei dieser keineswegs einwandfrei, sagte Willrodt. Regelmäßig müsse in den Räumen, die in der Vergangenheit nur renoviert und nicht saniert wurden, Schimmel entfernt werden. Um sich ein Bild von den Unterkünften zu machen nimmt die „Arbeitsgemeinschaft Unterkunft“ wieder ihre Arbeit auf. Als erstes soll eine Besichtigung der Unterkünfte organisiert werden.

Mehr von RP ONLINE