Mönchengladbach: Gemeinde weiht kleinste Kapelle am Niederrhein ein

Kirche: Gemeinde weiht Jona-Kapelle ein

2015 begann das Projekt der Jona-Kapelle. Drei Jahre später heißt die Evangelische Kirchengemeinde Großheide Mönchengladbach ihre kleine Kapelle willkommen. Am Sonntag wurde sie feierlich eingeweiht.

Sie ist die kleinste Kapelle am Niederrhein und sie steht in Windberg. Die Evangelische Kirchengemeinde Großheide Mönchengladbach setzt damit ein Zeichen. Denn die Kapelle soll jederzeit und für jeden zugänglich sein. „Leider können wir unsere Kirche nicht immer offen halten. Aber das ist nicht der Sinn einer Kirche.“, sagt Pfarrer Karl-Heinz Bassy. Während der Messe zur Einweihung der Kapelle erzählt er der Gemeinde von einem Plakat auf dem stand: Jesus ist für alle da. Und darunter dann die Öffnungszeiten der Kirche. Das musste doch irgendwie anderes gehen, dachte er sich.

2015 fuhr er mit seiner Frau nach Worpswede und besichtige die dortige kleinste Galerie. Ein gelbes Häuschen, mit nur einem einzigen Bild. Da keimte die Frage auf: Warum machen wir nicht etwas so Kleines, dass nichts passieren kann. Das Presbyterium nahm den Gedanken gerne auf und fasste den Entschluss, die kleine Kapelle zu bauen.

Auf eine Veröffentlichung im Pfarrbrief, kam auch schon die erste größere Spende und das Projekt nahm nun endgültig Fahrt auf. Diese prompte Reaktion zeigte dem Pfarrer deutlich deutlich, dass die Gemeinde hinter dem Entschluss steht und sich auf den neuen Rückzugsort freut.

So sind auch am Sonntag viele zur Messe gekommen und wollen die Einweihung ihrer neuen Kapelle feiern. Man merkt deutlich, die Kapelle ist der Gemeinde ans Herz gewachsen und die feierliche Messe mit Liedern des Chores wie „You Raise me up“, spiegelt es wieder. Nach der Schlüsselübergabe eröffnet Pfarrer Karl-Heinz Bassy mit den Worten: „Schließ die Türen auf! Die Kapelle ist nun offen.“

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Es bildet sich schnell eine Schlange. Alle möchten die Jona-Kapelle in Augenschein nehmen. Durch ein schmales Fenster fällt Tageslicht und die Wände sind in einem schönen Gelb und Blau gestaltet, auf der Holzbank finden zwei Menschen Platz. Von Außen ist sie ganz schlicht mit Lerchenholz verkleidet. „Wir haben es im Gemeindebrief gelesen und verfolgt. Und man fragte sich dann doch, wann kommt sie endlich.“, sagt Marlene Ropertz. „Es ist ein besonderer Ort.“, findet auch Phillip Ropertz. „Ich kann mir gut vorstellen in einem besonderen Moment die Kapelle aufzusuchen. Vielleicht in einer besonderen Stimmung, im Rahmen eines Spazierganges.Oder am Morgen oder am Abend.“

Und genau das soll die Kapelle auch sein. „Es soll ein Ort der Stille sein. Eine Stille, die anders ist als Ruhe. Es soll ein Ort sein, an dem man einfach nur sein kann. Vieles in unserem Alltag ist zweckgebunden“, betont Pfarrer Karl -Heinz Bassy in der Messe. Auch der SPD-Fraktionsvorsitzende im Rat, Felix Heinrichs, unterstreicht in seinem Grußwort die besondere Atmosphäre, die die Größe der Kapelle schafft: „Es muss nicht immer das Große sein. Es ist auch eine Art Rückbesinnung auf das Wesentliche. Jesus ist auch im Stall zur Welt gekommen.“

Jochen Klenner, Mitglied des Landtags, CDU, stellt heraus:“Da gehört Mut zu, sich auf diese Art allein Gott zu stellen.“ Dieses Gefühl kann Petra Rescheleit gut nachvollziehen: „Ich finde es super. Ich bin auf das Gefühl gespannt, wenn ich reingehe und dann ganz allein für mich bin.“