Mönchengladbach: Zonta Club feiert 30-jähriges Bestehen

30 Jahre Zonta Club Mönchengladbach : Häkeln als integrative Kraft

Sein 30-jähriges Bestehen feierte der Zonta Club Mönchengladbach II. Lutz Vossebein, Dekan der Hochschule, hielt die Laudatio auf Zonta-Preisträgerin Jennifer Wetzel. Die Kabarettistin Monika Hintsches sorgte für Unterhaltung.

Endlich habe er die geeignete Verpackung für sein Mittagsbrot gefunden, gab Professor Lutz Vossebein, Dekan der Hochschule Niederrhein, bekannt. Er genießt das Privileg, als einer der Ersten einen „Wachsling“ zu verwenden und so auf umweltschädliche Verpackungen zu verzichten. Erfunden hat den Prototyp die 28-jährige Jennifer Wetzel, die im Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik der Hochschule eine ökologisch zertifizierte Baumwollmatrix mit Harzen und Wachsen entwickelte. Und damit ihr Masterexamen mit der Note „Eins“ krönte.

Den mit 1500 Euro dotierten Förderpreis des Zonta Clubs Mönchengladbach II erhielt die sympathische, redegewandte Absolventin, die ihr Produkt nun als Start-up vermarktet, jedoch nicht für den Wachsling, sondern für ihre Bachelor-Arbeit. „Jennifer fiel in meiner Vorlesung dadurch auf, dass sie dabei häkelte“, erinnert sich der Dekan. Aus dem Nebenverdienst, den die Studentin mit selbstgehäkelten Mützen erzielte, erwuchs ein Projekt mit 15 behinderten Menschen. „Es ging darum zu zeigen, welchen therapeutischen Wert textiles Handwerk hat“, sagte Wetzel bei der Vorstellung ihres Häkel-Projekts. Die Teilnehmer hätten bei Konzentration und Selbstbewusstsein Fortschritte gemacht. Die gelungene Herstellung von Mützen sei Ergebnis verbesserter Kopf-Hand-Koordination. „Das ist unser kulturelles Erbe“, beschloss Wetzel ihr Plädoyer für die integrative Kraft des Handwerks, dem schon in Grundschulen mehr Augenmerk gewidmet werden sollte. Traute Dornieden, „Pastpräsidentin“ des Zonta-Clubs, überreichte die Preisurkunde, dahinter reihten sich die Mitglieder als Rosenkavalierinnen auf, so dass Jennifer Wetzel am Ende einen Strauß mit 30 gelben Rosen, der Zonta-Blume, im Arm hielt. Die Zahl 30 stand dabei für das 30-jährige Bestehen des Zonta Clubs Mönchengladbach II. Dabei tat auch ein Nichtmitglied mit, die Putzfrau Trude Backes, Alter Ego der Kabarettistin Monika Hintsches. „Isch han mir ming Lääve lang `nen Wolf jehäkelt“, flunkerte die resolute Mamsell. „Wir Alten ham de Welt ja schön verknöst, dat müsst ihr Jungen jetzt ausbaden“, griff sie das Umweltschutz-Motiv von Jennifer Wetzels Masterarbeit auf. Zontians machten sich dafür stark, „zum Beispiel mit leckeren Plätzchen beim Christkindlmarkt“. Überhaupt gelte: „Ne Jesellschaft ist erst human, wenn die Mädels sich einbringen“, zog Trude ihr Fazit.

Zonta-Mitglied Angela Wilms-Adrians moderierte geschickt die abwechslungsreiche Feier im Forum der Marienschule, an deren Beginn Bürgermeisterin Petra Heinen-Dauber dem Zonta Club gratulierte. Präsidentin Anne Embser informierte die 150 Gäste, dass sie mit ihrem Eintritt ein Zonta-Vorhaben unterstützen: Den Erlös erhält der Sozialdienst katholischer Frauen, der in Gladbach ein Frauenhaus betreibt. Das dort angedockte Workshop-Projekt „Schubladen“ stellte die Fotokünstlerin Meike Hahnraths vor.

Viel mehr als das künstlerische i-Tüpfelchen bedeuteten die Darbietungen von 21 Mädchen und zwei Jungen aus dem Mönchengladbacher Ballettcentrum Jontza, die in farbenprächtigen Kostümen Stefan Jontzas spannende Choreografie auf Carl Orffs „Carmina Burana“ tanzten. Seine Frau Brigitte ist auch Mitglied des Zonta-Clubs.

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