Mönchengladbach: Krefelder Krähen stellen neues Programm im TIG vor

Auftritt in Mönchengladbach : Die Krefelder Krähen begeistern das Publikum in Eicken

Die Gruppe präsentierte im TIG ihr neues Programm „Zeit ist krählativ“. Der Inhalt war aus dem Leben gegriffen. Der Erlös geht an drei wohltätige Institutionen.

Zeit ist kostbar! Statt sie zu nutzen, rennen wir von Termin zu Termin. Da macht auch der Niederrheiner keinen Unterschied. Da gibt es den Gestressten („Zeit ist Geld“) oder den Wiederholungstäter („Näh, wie die Zeit vergeht“ oder „Dat ham wir immer schon so jemacht“). Ruhe findet der gestresste Niederrheiner in seinem Garten, wo er seinen geliebten Buchsbaum hegt und trimmt. Doch der heimtückische Buchsbaumzünsler ist auf dem besten Weg, auch diese Oase zu zerstören.

Die Kabarettgruppe Krähen entführten das Publikum am Freitagabend im TiG ins Jahr 2047. Der Zünsler hat dem Buchsbaumbestand fast den Garaus gemacht. Das Ehepaar Willi und Gerda (von Udo Paniczek und Karl-Willi Severens dargestellt) ist ein herrliches Beispiel derer, die im Trott gefangen sind. Ihre Bäumchen sind tot. Willi hat nichts mehr zu schneiden und nervt Gerda in der Küche. Sie flehen den Bürgermeister an, etwas zu unternehmen. Doch ihm sind die Hände gebunden. Hilfe kommt von Dr. Buchs, der stark an Doc Brown aus dem Klassiker „Zurück in die Zukunft“ erinnert. Er möchte per Zeitreise den Ursprung des Zünslers ergründen und ihm so den Garaus machen. Wenn das gelingt, könnte der Politiker Karriere machen. Dr. Buchs begibt sich auf die Zeitreise und begegnet dem Publikum.

In liebevoll gestalteten Sketchen widmen sich die Krähen kritisch, mit viel Wortwitz und Lokalkolorit, dem Thema Zeit. Ist Zeit zu einem so wertvollen Gut geworden, dass man für nur eine Stunde mehr von einem Zeit-Dealer einen Monat seiner Lebenszeit hergibt? Die gestresste Geschäftsfrau, alias Laura Fiebig, geht auf den Deal ein, den Bernhard Schauws ihr anbietet. Peter Gronsfeld, als windiger Investmentbanker, überrumpelt nach dem Motto, alles ist durchgeplant und getaktet, den armen Beerdigungsinstitutsbesitzer mit der Planung seines Ablebens. Der Manager ist eigentlich „bis 2030 verplant.“

Nehmen Sprachassistenten wie Amazons Alexa uns zu viel ab? Hindert uns am Kontakt mit anderen Menschen? Auf der einen Seite der Tante-Emma-Laden, wo man herrlich tratschen kann, und auf der anderen Seite Sandy, alias Christa Teichmann, die ihr Leben vertrauensvoll in Alexas Hände legt. Was macht der Zünsler? Dr. Buchs kommt dem Zünsler bei den Römern auf den Grund und bringt statt des Zünslers die Seidenraupe ins Rheinland und verhilft dem Bürgermeister zur Wahl des Bundeskanzlers und Krefeld zum Wohlstand.

Das Publikum wollte die Krähen gar nicht mehr gehen lassen. „Ein tolles Programm. Die Dinge sind aus dem Leben gegriffen“, befand Sandra Stevens. Die Krähen freuten sich sichtlich über so viel Zuspruch, denn die Einnahmen gehen an drei Wohltätige Institutionen: Zornröschen, für weitere Präventionsmaßnahmen, an die ÖJE für ein neues Zirkusprojekt und den Verein Kulturbeutel.

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