Mönchengladbach: Ausstellung von Schülern von Katharina Fritsch und Daniel Richter

Kunstverein MMIII : „Hyper Again“: 29 Studenten stellen gemeinsam aus

Schüler der Künstler Katharina Fritsch (Düsseldorf) und Daniel Richter (Wien) zeigen ihre Werke im Kunstverein MMIII.

Vor fast genau 12 Jahren war die Klasse der Professorin und Künstlerin Katharina Fritsch zu Gast im Kunstverein MMIII in den Boetzelen Höfen.

Nun sind erneut Arbeiten der Schüler und Schülerinnen der Bildhauerin dort zu sehen, mit einem Unterschied: vor 12 Jahren waren es Studierende der Kunstakademie Münster, nun sind es die aus Düsseldorf. Und sie kommen nicht allein, sondern stellen unter dem Ausstellungstitel „Hyper Again“ gemeinsam mit Studierenden der Klasse Daniel Richter aus Wien aus.

Die Ausstellungskooperation zwischen dem Fachbereich erweiterter malerischer Raum an der Akademie der bildenden Künste Wien und der Klasse Katharina Fritsch von der Kunstakademie Düsseldorf hat zum Ziel, durch die Gegenüberstellung ausgesuchter Positionen den akademischen Horizont zu erweitern und den Diskurs lebendig zu lassen. Die Ausstellung wurde im Oktober im Semperdepot in Wien gezeigt.

Es sind 29 angehende Künstlerinnen und Künstler, die sich mit Bildern, Fotoarbeiten, Skulpturen und Installationen an der Ausstellung beteiligen. Eine ziemliche Fülle. Doch Kurator Wilko Austermann hat es geschafft, zwischen den unterschiedlichen Arbeiten und auch zwischen den jeweiligen Klassen so geschickt Bezüge herzustellen bzw. die Bezüge wirken zu lassen, dass es ein müheloses Vergnügen ist, an den Arbeiten entlang zu flanieren, dabei eigene Verbindungen herzustellen, darüber nachzudenken, wie eng der jeweilige Studierende an seinem Lehrer, seiner Lehrerin anknüpft oder aber wie frei er seine eigenen Idee verwirklicht. Mal sind es Parallelen in der Farbwahl zwischen Bild und Skulptur, mal ist es eine motivische Verbindung oder ähnliche Strukturen wiederholen sich. Natürlich unbewusst und ungewollt.

Sven Raik Bernick (Klasse Fritsch) zeigt eine kleine Bronze. Ein unheimliche Tier-Mensch-Gestalt mit weit aufgerissenem Maul, die auf das Unheimliche in dem Gemälde mit einer scheinbar Toten auf dem Wasser von Mark Henry oder der Collage mit einem maskierten Mann von Tallal Shammont (beide Klasse Richter) hinweist. Der Chinese Yutao Gao (Klasse Fritsch) setzt sich mit europäischer Kunst auseinander. Er fotografiert berühmte Kirchen und abstrahiert sie digital, bis sie förmlich ins Schwanken geraten. Denise Werth (Klasse Fritsch) ist mit zwei Skulpturen vertreten, in denen sie mit offenen und geschlossenen Volumina spielt, Durchblicke schafft und wechselnde Oberflächen. Nina Grosse (Klasse Richter) malt den Blick in ein Atelier, bei dem es dem Betrachter kalt über den Rücken läuft: hagere Frauen kehren, hocken mit verhülltem Kopf vor einer weißen Leinwand – und diese Szenerie wiederholt sie Mal um Mal im Bild im Bild.

Die sehr sehenswerte Ausstellung bietet einen breit gefächerten Einblick in die aktuelle Kunstproduktion. Sie ist damit auch Teil des Rahmenprogramms der Art Düsseldorf. Die Ausstellung endet am Sonntag, 25. November, und ist Freitag und Samstag von 11 bis 19 Uhr und Sonntag von 11 bis 14 Uhr zu sehen. Am Donnerstag, 22.November, findet darüber hinaus um 20 Uhr im Kunstverein ein Künstlergespräch statt.

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