Erkrath: Kleinod Bayerpark

Erkrath : Kleinod Bayerpark

Der Bürgerverein Hochdahl hat bei der Unteren Denkmalbehörde einen Antrag auf Schutz des gesamten Gebietes gestellt. Der Teich an der Sedentaler Straße soll entschlammt werden und einen Fußweg erhalten.

Den gesamten Bayerpark unter Denkmalschutz zu stellen hat der Bürgerverein Hochdahl in einem Schreiben an die Untere Denkmalbehörde bei der Stadt Erkrath beantragt. Nicht nur die Gebäude, sondern die gesamte Parkanlage sei von historischem Wert, erläuterten Herbert Bander, Peter zum Kolk und Helmut Schillians vom Bürgerverein bei einem Rundgang.

Geplante Parkanlage

Vieles deute darauf hin, dass es sich nicht um einen gewachsenen Wald, sondern um eine geplante Parkanlage handelt, berichtet Peter zum Kolk. Seine Recherchen ergaben, dass das bekannte Berliner Architekturbüro Kayser und von Großheim wohl nicht nur die Villa errichtete, sondern von Kommerzienrat Arthur Meckel auch den Auftrag zur Gestaltung des Parks erhalten hatte. Das renommierte Büro habe damals einige Villen hier in der Region errichtet und hätte fast den Reichstag gebaut (es erzielte beim Wettbewerb den 2. Preis).

Doch mit der Unterschutzstellung des Bayerparks allein sei es nicht getan, meinen die Vertreter des Bürgervereins. In dem Park seien auch einige Pflegemaßnahmen erforderlich. Etliche der Buchen hätten ihr Alter bereits erreicht, andere seien geschädigt. Außerdem sei inzwischen viel fremdes Gehölz nachgewachsen, hätte sich zwischen den Buchen und dem im Park häufig vorkommenden Ilex breit gemacht. Die Frage, wer hierfür die Kosten übernimmt bei der derzeitigen Haushaltslage der Stadt, beantwortet zum Kolk mit dem Hinweis auf Fördertöpfe, die es bestimmt für die eine oder andere Maßnahme gebe. Und man müsse ja auch nicht auf die große Lösung warten, sondern es sei sicher sinnvoller, mit kleinen Verbesserungen anzufangen, statt gar nichts zu tun, ergänzt Helmut Schillians.

Herbert Bander liegt besonders der Teich an der Sedentaler Straße am Herzen. Der müsse dringend entschlammt werden, damit der Wasserspiegel wieder steigt und die Insel als solche zu erkennen ist. Außerdem sollte das Gestrüpp ringsum gelichtet werden, damit das Gewässer wieder zu einem Blickfang für die Spaziergänger wird. Vorstellen könne er sich außerdem die Anlage eines Fußweges rund um das Gewässer. Und die Herrichtung des kleinen Steges, der früher einmal auf diese Insel führte.

Der Park insgesamt sei ein Kleinod für Hochdahl, das viele Überraschungen biete. Peter zum Kolk verweist auf einen wunderschönen stattlichen Maronenbaum und auf eine Krimlinde ganz in der Nähe der Bayervilla. Einige kleine Rinnsale wie der Falkenberger Graben und der Trillser Graben durchziehen das Gelände, eine Streuobstwiese befindet sich zwischen Kutscherhaus und Gästehaus, und der etwa 110 Jahre alten Lindenallee habe ein Gutachter einmal einen erstklassigen Pflegezustand bestätigt. Bayervilla, Gartenpavillon und das bereits 1831 erwähnte Haus Grünenwald nahe dem Rosenhof komplettieren den Park, den das Rheinische Amt für Denkmalschutz schon seit 1990 als Einheit sieht, die komplett unter Schutz gestellt werden sollte.

(RP)
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