Fußball : Rychliks Hattrick

Bereits in der ersten Viertelstunde markierte der Angreifer die 3:0-Führung – das war die Basis für den Pokalerfolg des Fußball-Landesligisten SV Nord über den Niederrheinligisten Ratingen 04/19.

Bereits in der ersten Viertelstunde markierte der Angreifer die 3:0-Führung — das war die Basis für den Pokalerfolg des Fußball-Landesligisten SV Nord über den Niederrheinligisten Ratingen 04/19.

Hilden-Nord — Ratingen 04/19 4:3 (3:1). Als Thomas Knüfermann die Kabine erreichte, gab's nur einen kurzen Kommentar. "Ich bin platt", sagte der 40-Jährige — und ein Lächeln huschte über sein Gesicht. Von großer Euphorie war auch bei den anderen Landesliga-Fußballern des SV Nord keine Rede. Zuviel Kraft kostete der Erfolg im Entscheidungsspiel der beiden Verlierer des Kreispokal-Halbfinales, der den Hildenern die Qualifikation für den Niederrheinpokal bescherte. "Ein Ziel haben wir erreicht. Wir wollten endlich mal wieder auf Niederrheinebene spielen und hoffen jetzt auf einen attraktiven Gegner", war Jürgen Wiesendorf hochzufrieden angesichts des vierten Sieges in Folge — dreimal behielten die Norder zuvor auch in der Meisterschaft die Oberhand. Erneut hatte das Co-Trainer-Gespann Wiesendorf/Peter Cyrys das Sagen, stellte die Mannschaft gemeinsam mit Knüfermann, der ab dem Sommer als Chef-Coach agiert, auf den Pokalkampf ein.

Die erste Viertelstunde mutierte zu einer Gala von Markus Rychlik. Ausgerechnet der 22-Jährige trieb noch vor drei, vier Wochen die Verantwortlichen des SV Nord mit seiner Ladehemmung zur Verzweiflung. Nach seinen letzten Torerfolgen blühte der Stürmer aber förmlich auf. Und versetzte die Niederrheinliga-Fußballern von Ratingen 04/19 mit einem lupenreinen Hattrick in einen Schockzustand. Diesmal nutzte der Angreifer seine Chancen mit traumwandlerischer Sicherheit. Zunächst ließ Rychlik locker Björn Rohpeter stehen, tankte sich dann weiter durch die Ratinger Abwehr und vollendete von der rechten Seite mit einem Flachschuss zum 1:0 ins linke Eck (10.). Nur drei Minuten später tanzte Rychlik erneut die Deckung aus. Weder die Verteidiger Bahadir Erkek und Rohpeter noch Torwart Thomas Scholz wussten den Stürmer zu stoppen — der SV Nord führte mit 2:0. Und nach weiteren 60 Sekunden leitete Alfred Ziegler mit einer maßgerechten Flanke von der linken Seite das 3:0 ein — Rychlik hielt am kurzen Pfosten einfach den Fuß hin. Mit dem dritten Treffer betrieb der junge Kicker kräftig Werbung in eigener Sache, denn bald will er ein Probetraining bei den Amateuren des MSV Duisburg absolvieren.

Die Hildener traten mit einer neuen defensiven Formation an. Für Emre Tosun, der diesmal den Part des "Staubsaugers" im Mittelfeld übernahm, rückte Thomas Knüfermann in die Abwehrkette neben Selami Akduman, Adin Muminovic und Ali Bertan Yürük. Allerdings blieb die Verteidigung in der Folge nicht ohne Fehl und Tadel. Ein Patzer von Torwart Marcus Mlitzke bescherte den Gästen den ersten Treffer, denn der Distanzschuss, mit dem Murat Gümüstas auf 1:3 (26.) verkürzte, war durchaus haltbar. Und die Gäste schöpften neuen Mut. Ein Warnzeichen war der Pfostenknaller von Daniel Rey-Alonso (43.).

Nach dem Seitenwechsel kamen die Norder immer öfter ins Schwimmen, zumal sich der Kräftverschleiß nach dem hohen Tempo in der ersten Halbzeit bemerkbar machte. Die Quittung folgte früh, denn nach einer Ecke von Gümüstas markierte Rey-Alonso das 2:3 (62.). Und als Björn Rohpeter nach einer weiteren Gümüstas-Ecke aus dem Gewühl heraus zum 3:3 (72.) ausglich, schien eine Wende zugunsten der Ratinger nur noch eine Frage der Zeit. Letztlich aber mutierte Rohpeter vier Minuten vor dem Abpfiff endgültig zum Unglücksraben im Gäste-Team, als er den Ball nach einer Ecke von Dominik Donath ins eigene Netz beförderte. Die 4:3-Führung verteidigten die Hildener danach mit allen Mitteln, indem sie ganz am Ende Peter Cyrys und Tobias Böhm noch einwechselten, um die Ratinger so aus dem Rhythmus zu bringen.

(RP)
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