Mettmann: Fest für die Familie

Mettmann : Fest für die Familie

Mit drei Kindern und fünf Enkelkindern feiert Landwirt Rolf Beckershoff. Glaube ist für ihn sehr wichtig, denn dies bedeutet, dass es eine höhere Instanz gibt.

Bei Landwirt Rolf Beckershoff sind die Vorbereitungen auf das Osterfest fast abgeschlossen. "Für uns ist Ostern ein Fest für die gesamte Familie. Da frühstücken wir auf "Gut Katers" am Ostersonntag gemütlich mit unseren drei Kindern und den fünf Enkelkindern." Im Haus sei es österlich dekoriert und er würde auf dem großen Anwesen die Eier verstecken "Es macht einfach Freude zuzusehen, wenn sich die Enkelkinder auf die Suche begeben", so der 56-Jährige. "Selbstverständlich haben wir die Eier selbst gefärbt."

Eine Wiese in der Diele

Zur Tradition gehört neben dem Eierfärben, dass seine Frau eine Woche vor Ostern auf einer großen Platte mit Erde Hafer sät, so dass pünktlich zum Osterfest in der Diele des "Gut Katers" eine Osterwiese blüht. Zum Bauernhof gehören auch drei Schafe. "Das sind alles drei weibliche Schafe und daher gibt es keine Osterlämmer", fügt er schmunzelnd hinzu. Das wäre ihm wohl auch zuviel Klischee zum Osterfest. Denn er ist sich der Bedeutung dieses im Kirchenjahr besonders herausragenden Festes bewusst.

"Die wichtigste Botschaft lautet, dass Christus von den Toten auferstanden ist", sagt Beckershoff. Deshalb gehöre für ihn der Besuch des evangelischen Gottesdienstes oder der heiligen Messe dazu. Dass für ihn beide Konfessionen Bedeutung haben, führt er darauf zurück. dass er evangelischer Christ sei und seine Frau der katholischen Kirche angehört. Er macht keinen Hehl daraus, dass er ungern zur Osternacht geht. Lieber besuche er am ersten Feiertag die Kirche. "Ähnlich wie die Christmette ist mir die Osternacht vom Ritus her einfach zu lang", lautet die ehrliche Begründung. Er gibt zu, dass er nicht regelmäßiger Kirchgänger sei. Auf die Frage, was ihm der Begriff Glaube bedeute, zieht er nachdenklich an seiner Zigarette. "Glaube ist für mich sehr wichtig, denn dies bedeutet, dass es eine höhere Instanz gibt.

Ich kann aber auch glauben, wenn ich nicht regelmäßig zur Kirche gehe." Er fügt eine für ihn wichtige Anmerkung hinzu. "Wenn ich einsam am frühen Morgen auf dem Feld oder bei meinen Tieren bin, habe ich oft das Gefühl, dass Gott mir ganz nahe ist." Geprägt habe ihn sein evangelisches Elternhaus. Dem katholischen Glauben sei er durch seine Frau näher gekommen. Für ihn hat die Ökumene einen hohen Stellenwert. "Die beiden Konfessionen sollten sich weiter aufeinander zu bewegen — ohne prägende Eigenheiten aufzugeben", lautet sein Credo. Beckershoff freut sich auf das Osterfest, kann aber nicht ausschließen, dass er an den Ostertagen arbeiten muss. "Derzeit werden die Äcker bestellt, da müssen wir Bauern jedes gute Wetter nutzten." Nur Karfreitag arbeitet er generell nicht. Da ist er ganz evangelischer Christ. "Das ist schließlich unser höchster Feiertag im Jahr."

(RP)
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