Erkrath: Im Dienst der Denkmäler

Erkrath : Im Dienst der Denkmäler

Die Ercroder Jonges kümmern sich unter der Aufsicht von Alfred Niek um die Denkmäler im Stadtgebiet. Zwölf davon hat der Heimatverein seit 1982 selbst aufgestellt. Davon berichtet nun ein neues Buch des Vereins.

Ob Alfred Niek Bücher schreibt oder 720 Eier für die diversen Erkrather und Unterbacher Karnevalszüge kocht, immer ist er "er selbst". Er macht nicht viel Aufhebens, er macht einfach. Und das, was er tut, ist ihm wichtig. Sein neues Buch "Die Ercroder Jonges und die Denkmäler" stellte er am Wochenende im Erkrather Kaiserhof offiziell vor.

Seiner Einladung waren nicht nur Bürgermeister Arno Werner und Kreissparkassen-Direktor Wolfgang Soldin, sondern auch viele "Jonges" und Bürger gefolgt. Unter anderem erschien auch Dr. Josef Moch aus Köln-Rodenkirchen, der Sohn des Denkmal-Stifters für den Neandertaler. Inzwischen verbindet Alfred Niek mit Dr. Moch eine herzliche Freundschaft. Schließlich ist es unter anderem dem Einsatz von Alfred Niek und den "Jonges" zu verdanken, dass der als wissenschaftlich wenig fundiert abgestufte "Neandi" an seiner Stelle gegenüber dem Neanderthal Museum weiterhin stehen darf.

Viele Hürden umschifft

Detailliert hat Alfred Niek in seinem Büchlein beschrieben, wann und wo die Jonges in Erkrath seit 1982 Denkmäler und Gedenktafeln aufgestellt haben. "Es gibt kein Denkmal," sagt Alfred Niek, "bei dem ich nicht selbst Hand angelegt habe". Vom Gedenkstein am Bavierhof in der Nähe der Bahnsteighalle bis zum Rabenstein im Neandertal oder dem Denkmal am Kaiserhof reichen die Ideen der aktiven Jonges-Gemeinschaft. Zwölf Denkmäler sind bis jetzt aufgestellt, restauriert und von Niek beschrieben worden. Natürlich gab es auch Hindernisse und Stolperfallen bei den Aufstellungs-Vorbereitungen, mit denen die Aktiven nicht gerechnet hatten. Als die legendäre Maria im Tal im Stindertal vor fast zehn Jahren zwischen Gink und dem Uhlenhof aufgestellt werden sollte, meldete sich die Landschaftsbehörde in Mettmann zu Wort. Schließlich handelt es sich bei dem Standort der Maria um Landschaftsschutzgebiet. Aber nach ausführlichen Gesprächen hatten die Verantwortlichen ein Einsehen und der Genehmigungsantrag durfte nachträglich gestellt werden. Und er wurde dann auch genehmigt. Von der Gedenktafel zur Erinnerung an die evangelische Volksschule in Erkrath auf dem Gelände des Altenheims Haus Bavier und Haus Bodelschwingh sagte Alfred Niek in seinem Buch: "Alles in allem sehr nett. Nur zahlen durften wir." Aber mit dem Aufstellen der Denkmäler ist es nicht getan. Ihr Umfeld muss auch gepflegt werden. Alfred Niek schafft es immer wieder, die "Jonges" zu aktivieren. Aber manchmal schafft er es auch nicht. Und dann zieht er mit seiner Lebensgefährtin und Unterstützerin Sitta Köppen los, kauft Stiefmütterchen und bepflanzt das Beet am Obelisken zum Gedenken der nach dem Krieg ums Leben gekommenen Kinder in der Nähe des Erkrather Nordfriedhofs.

(RP)
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