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Geistliches Wort von Pastor Sebastian Hannig, Kath. Kirche Mettmann

An(gedacht) : Indizien für Leben

Wir leben in einer Biosphäre, also einem Raum, der uns das gibt, was wir zum Leben und Überleben benötigen. Nicht nur Nahrung und Wasser, sondern auch einen festen Boden unter den Füßen, Licht und Wärme der Sonne, Luft, die das passende Gasgemisch und den richtigen Druck hat, damit wir atmen können. Die zugenommene Offenheit für Umweltschutz und Nachhaltigkeit lässt uns das Geschenk unseres Planeten bewusster erkennen und – hoffentlich – schätzen und schützen.

Die Faszination über das Leben lässt uns auch hinausschauen in das Weltall, in der Hoffnung, Indizien für weiteres Leben zu finden. Kürzlich ist einem Forschungsteam gelungen, auf der Venus, wo man es gar nicht mehr erwartet hatte, Hinweise zu entdecken, die womöglich auf Lebensformen hinweisen. Ob die neugefundenen Indizien tatsächlich zum Beweis führen, dass wir Leben auf der Venus antreffen, bleibt offen. Bisher bleibt es also eine Frage des Glaubens, ob es Leben außerhalb der Erde gibt oder nicht.

Aber es geht nicht nur um das biologische Leben. Welche Indizien gibt es, die anzeigen, ob ein Lebensraum gut und lebenswürdig ist? Was braucht es, um auf der Erde schön, behütet, dauerhaft leben zu können? Wie müssen die Lebensumstände beschaffen sein, damit Menschen leben, überleben und zusammenleben können? Welchen Beitrag muss jeder geben, um eine Biosphäre der Gerechtigkeit, der Freiheit und der Menschlichkeit zu schaffen?

Die Erde als biologischer Lebensraum ist uns geschenkt, ohne dass wir etwas dafür hätten leisten müssen. Aber die Menschheit steht nicht nur in der Verantwortung, das Leben der Natur zu erhalten, sondern ebenso die Gesellschaft als sozialen Lebensraum lebenswert für alle zu gestalten.

Wenn wir mit diesem erweiterten Verständnis forschend auf das Leben blicken, können wir sogar ganz andere Indizien entdecken. Hinweise, die uns dahinführen, wo das Leben überhaupt seinen Ursprung hat, weshalb wir Menschen unverdienter Weise eine wunderbare Biosphäre geschenkt bekommen haben. Gott, der Schöpfer, hat seine Indizien in die Natur und in das Leben an sich hineingelegt. Ähnlich wie die Frage nach dem Leben im Weltall führt uns auch die Frage nach Gott, dem Schöpfer des Lebens, zu einer Glaubensentscheidung. Niemand kann beweisen, ob es so ist oder nicht.

Ob wir in unserer persönlichen Lebenszeit den Beweis mitbekommen, dass es Leben im All gibt, bleibt vorerst offen. Aber ob Gott am Ende des biologischen Lebens auf uns wartet, diese Frage wird jeder von uns mit Sicherheit beantwortet bekommen, spätestens dann, wenn man den Schritt aus der Biosphäre dieser Welt hinaus in den Lebensraum tut, der danach für uns bereitet ist.