Meerbuscherin unterstützt Hrelm-Kampagne der Polizei

Sicher auf dem Fahrrad : Diese Lankerin sagt „Ja zum Helm“

Simone Trapp hatte vor einigen Jahren einen Fahrradunfall. Sie hatte Glück im Unglück: Ihr Helm hat sie vor Schlimmerem bewahrt. Nun engagiert sie sich bei einer Sicherheits-Kampagne der Polizei Köln und möchte andere ermutigen, ebenfalls den Helm aufzusetzen.

Plötzlich waren da diese Schienen. Simone Trapp war wie immer mit ihrem Rad auf dem Weg zur Arbeit nach Ratingen. „Von Lank aus sind das rund 20 Kilometer“, erzählt die 60-Jährige. Es war früh im Jahr – Februar oder März – es regnete, und es war morgens gegen 6.30 Uhr noch dunkel. „Ich bin an diesem Morgen extra eine Schleife gefahren, weil ich mir eine andere Strecke anschauen wollte“, erinnert sich die Meerbuscherin. „Das ist ordentlich nach hinten losgegangen.“ Denn kurz vorm Büro muss sie mit einem Reifen irgendwie in die Schienen geraten sein und stürzte. „Ich konnte mich dann noch ins Büro schleppen, erst später stellte man fest, dass zwei Bänder in der rechten Schulter gerissen waren. Das war sehr schmerzhaft.“ Sechs oder sieben Jahre ist das nun schon her. So genau weiß Simone Trapp das gar nicht mehr. „Aber was ich weiß: Mein Fahrradhelm hat mich vor Schlimmerem bewahrt.“ Denn dass sie wohl auch heftig mit dem Kopf aufgeschlagen sein muss, wurde ihr erst bewusst, als sie den durchgebrochenen Helm bemerkte. „Das wäre mein Kopf gewesen.“ Die leidenschaftliche Radfahrerin fährt bereits seit mehr als 20 Jahren nur mit Helm. „Das stand für mich nie zur Debatte.“ Und in letzter Zeit sei ihr aufgefallen, dass es immer mehr werden, die den Helm aufsetzten. „Ich finde dieses Umdenken gut und wichtig.“ Genau deshalb war sie auch sofort dabei, als sie einen Aufruf der Polizei Köln las: Die suchte für eine Kampagne Radfahrer, die öffentlich von ihren Unfällen – mit und ohne Helm – berichteten. Titel der Aktion: „Ja zum Helm – Weil Leben schön ist.“ Simone Trapp berichtet: „Wir waren etwa 15 Radfahrer, die ihre Geschichten Ende Oktober bei einer großen Pressekonferenz in Köln erzählt haben.“ Vertreter von Radio, Fernsehen und anderen Medien waren dort. „Das war eine ganz spannende Sache“, erzählt sie. „Ich habe auch ein Radio-Interview gegeben.“ Einige Berichte hätten sie ziemlich mitgenommen. Etwa die Geschichte einer Frau, die bei ihrem Unfall keinen Helm getragen hatte. Die 63-Jährige lag lange im Koma und ist seitdem schwerbehindert, berufsunfähig und hat eine bleibende Gesichtslähmung. Eine andere Radfahrerin – ebenfalls ohne Helm gestürzt – habe seit ihrem Unfall eine veränderte Persönlichkeit und sei danach nie mehr mit dem Rad gefahren. „Verglichen mit diesen Menschen ist mein Unfall sehr glimpflich verlaufen – dank Helm“, sagt Simone Trapp. „Ich bin danach auch schnell wieder aufs Rad gestiegen und hatte keine Angst. Denn mit Helm fühle ich mich gut geschützt.“ Andere zu bekehren, sich auch mit einem Helm zu schützen, entspreche nicht ihrem Charakter. „Ich bin nicht militant. Und in meinem privaten Umfeld ist das glücklicherweise sowieso kein Thema.“ Sie setze vielmehr da­rauf, Vorbild zu sein. „Vielleicht denkt so mancher: Ach, die trägt einen Helm – das könnte ich vielleicht auch tun.“ Besonders schlimm findet sie es, wenn Erwachsene Kindern vorschreiben, Helm zu tragen, und es selber nicht tun. Trapp: „Die Kinder lernen dann doch: Wenn ich erwachsen bin, muss ich keinen Helm mehr tragen.“

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