Meerbuscher Gartencenter erklärt, wie ein Adventskranz entsteht

Tipps vom Profi : So klappt’s auch mit dem Adventskranz

Am Sonntag ist der erste Advent. Wer bis jetzt noch keinen Kranz hat, sollte sich beeilen. Hier lesen Sie die Tipps vom Profi, damit Sie Ihren Weihnachtsschmuck in diesem Jahr vielleicht einfach mal selbst basteln.

Am Sonntag wird die erste Kerze am Adventskranz angezündet. Wer den traditionellen Adventsschmuck noch nicht zu Hause hat, wird langsam nervös. Gibt es in den Geschäften überhaupt noch schöne Exemplare? Unser Tipp: Basteln Sie doch Ihr eigenes individuelles Schmuckstück. Die Mitarbeiterinnen von Bogie’s, Pflanzenwelt in Büderich, die die Kränze in diesen Tagen mit viel Kreativität im Akkord herstellen, erklären wie es geht.

Die Kerzen werden am besten mit jeweils drei Drähten in den Kranz gedrückt. Nicht vergessen: Die Drähte erhitzen, bevor sie in die Kerze gesteckt werden. Foto: Anne Orthen (ort)

Als erstes gilt es zu entscheiden, ob man den ganzen Kranz selber herstellen oder als Basis einen vorgefertigten kaufen möchte. „Das Binden eines Kranzes ist nicht so einfach“, warnen die Mitarbeiterinnen. Wer es aber selber probieren möchte, schnappt sich einen Strohrömer als Basis. Den Wickeldraht windet man an einer Stelle einmal drum herum, damit er fest sitzt. Dann kann man damit anfangen, die abgeschnittenen Zweige mit dem Draht zu befestigen.

Alternative zum klassischen Kranz: Gärtnermeisterin Susanne Ender zeigt ein modernes Adventsgesteck. Foto: Anne Orthen (ort)

Die kürzeren Zweige kommen nach innen die längeren nach außen. Klassisch werden Tannenzweige für die Kränze verwendet. Die Nobilis-Tanne eignet sich besonders gut, da sie nicht so schnell nadelt. Nordmann geht aber auch. Wer es nicht so eintönig mag, kann auch Koniferen, Kiefern, Ilex (Achtung der ist sehr stachelig), Eukalyptus oder Olivengrün mit einarbeiten. Die letzten Zweige werden unter die ersten geschoben, so ist der Draht, der mit der Steckklammer, der Patenthafte, befestigt wird, versteckt. Ein kleiner Tipp vom Profi: „Mit Blattglanzspray bekommt die Nobilis das sattgrüne Aussehen einer Nordmanntanne, der Kranz nadelt aber nicht so schnell wie bei der Echten.“

Dann geht es an die Dekoration des Kranzes. Den Anfang machen die Kerzen. „Viele Teilnehmer unserer Kurse fragen, wie sie die Kerzen an den Kranz bekommen, ohne, dass sie brechen“, berichtet Gärtnermeisterin Susanne Ender. Die Kerzen dürfen nicht zu kalt sein und der etwas dickere Steckdraht muss heiß genug sein. Dafür wird der Draht einige Sekunden über einer Kerze erhitzt und dann schnell, rund einen Zentimeter bei kleineren Kerzen, in den Kerzenboden gesteckt, und zwar nicht zu nah am Rand, aber auch nicht in der Mitte. Die Kerzen werden mit jeweils drei Drähten in den Kranz, nicht nur ins Grün, gedrückt. „Wenn man so ein Knacken hört, weiß man, dass sie richtig drin sind“, erklärt Ender. „Wir empfehlen selbst verlöschende Safe-Candles. Und bevor man die Kerzen anzündet, sollte man den Docht auf einen Zentimeter kürzen. Dann brennt die Kerze ruhiger und rußt nicht so.“

Bei der Dekoration sind den Bastlern keine Grenzen gesetzt, nur zu nah an den Kerzen sollte der Schmuck nicht angebracht werden. Kugeln, Tannenzapfen, Holzstückchen, Figuren, Pilze, Federn, Orangenscheiben, Schleifen, die Liste der Verzierungsmöglichkeiten ist lang. Zum Befestigen verwenden Profis meist die Klebepistole. „Aber bitte vorsichtig, der Kleber ist wirklich heiß. Am besten man stellt sich ein Glas kaltes Wasser daneben oder trägt Handschuhe“, rät Ender. Vieles lässt sich auch mit Steckklammern befestigen. Verletzungsgefahr gibt es bei den kleinen Weihnachtskugeln und dem Engelshaar: Die Kugeln sind sehr fein und brechen bei zu viel Druck. „Und das Engelshaar sollte nur geschnitten und nicht abgerissen werden, da es sehr scharf ist.“

Wer im Trend sein will, sollte sich dieses Jahr an den pompösen Barock-Stil halten. Die Kombination von Gold- und Brombeer-Farben hat die Nase vorne. Ein eher klassischer Look mit viel Silber ist auch beliebt. „Das Dekomaterial sollte man besser früh kaufen, dann ist die Auswahl größer“, rät Ender. Günstiger ist ein selbst gemachter Kranz meist nicht, sagt die Gärtnermeisterin. Aber der Schmuck lasse sich wiederverwenden, und es sei schön, mit den Kindern zusammen einen Kranz zu gestalten, betonen die Profis. „Da kann man eine schöne Tradition draus machen.“

Zum Schluss noch einige Tipps, damit man lange Freude an seinem Kranz hat: Den Kranz bis zum ersten Advent in kühler Umgebung aufbewahren, das hält ihn frisch. Die Kerzen nie unbeaufsichtigt brennen oder in Zugluft stehen lassen. Der Kranz darf auch nicht getragen werden, wenn die Kerzen brennen, und sollte in ausreichendem Abstand zu brennbaren Gegenständen stehen. Wer ganz sicher sein möchte, kann auf LED- Kerzen zurückgreifen. Ender: „Die sind eine tolle Alternative.“