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Meerbusch: Zahl der Pendler wächst

Mobilität : Zahl der Meerbuscher Pendler wächst

Die Stadt rechnet damit, dass mit dem Ausbau von Gewerbegebieten auch mehr Auswärtige nach Meerbusch zur Arbeit pendeln. Der Technische Beigeordnete appelliert an die Bürger, innerhalb des Orts auf das Auto zu verzichten.

Meerbusch wächst und damit steigt auch die Zahl der Pendler. Nach den Zahlen des statistischen Landesamtes IT.NRW machten sich im vorigen Jahr 20.360 Meerbuscher auf den Weg zur Arbeit in die umliegenden Städte und Gemeinden – mehr als 500 als noch im Jahr zuvor. Befördert wird diese Entwicklung durch neue Wohngebiete wie beispielsweise auf dem Ostara-Gelände oder dem Böhler-Erweiterungsgelände, die neue Familien nach Meerbusch bringen. „Aber auch der demografische Wandel sorgt dafür, dass die Zahl der Erwerbstätigen steigt“, erklärt Michael Assenmacher, Technischer Beigeordneter der Stadt. Dies sei etwa der Fall, wenn ältere Menschen, die im Ruhestand sind, ihr Haus verkaufen und Jüngere dort einziehen, die noch mitten im Erwerbsleben stehen.

Fast die Hälfte der Meerbuscher Pendler arbeitet in Düsseldorf (laut IT.NRW stieg die Zahl um 244 auf 9537). Dahinter folgen mit großem Abstand die Nachbarstädte Neuss (1701, plus 73) und Krefeld (1695, plus 15). Bereits an vierter Stelle steht bei den Auspendlern das mehr als 40 Kilometer entfernte Köln (609, plus 9).

Aber auch aus den umliegenden Städten und Gemeinden fahren Berufstätige zu ihrem Arbeitsplatz nach Meerbusch. Mit 12.837 ist die Zahl der Einpendler im vorigen Jahr um 67 geringfügig gewachsen. Dies könnte eine mögliche Folge davon sein, dass im vorigen Jahr sich im Gewerbegebiet Bundenrott in Strümp mehrere neue Unternehmen angesiedelt hatten, erklärt Stephan Benninghoven von der Wirtschaftsförderung. Mit dem Zuzug sind dort zusätzliche Arbeitsplätze entstanden. Und Benninghoven rechnet im kommenden Jahr mit weiteren Ansiedlungen von Firmen, wenn laufende Bauvorhaben abgeschlossen sind.

Mittelfristig werden in Meerbusch weitere Arbeitsplätze entstehen, allerdings frühestens in fünf Jahren, so die Einschätzung von Benninghoven. Dies könnte dann weitere Einpendler in das Stadtgebiet ziehen. Durch die Entwicklung eines sehr großen Gewerbegebiets zusammen mit Krefeld wird allein auf Meerbuscher Seite südlich und nördlich der A44 in Höhe der Anschlussstelle Osterath 30 Hektar Fläche für Gewerbe entstehen. „Dieses noch zu entwickelnde Gebiet soll auch an das ÖPNV-Netz angeschlossen werden“, so der Referent der Wirtschaftsförderung.

Da bereits heute zu den Stoßzeiten Pendler in Meerbusch auf dem Weg zur Autobahn nur langsam vorankommen, appelliert Assenmacher an die Bürger, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. „Der Bus steht auch im Stau, die K-Bahn ist davon nicht betroffen“, sagt Assenmacher. Die Linien U70 und U76 verbinden Düsseldorf über Meerbusch-Büderich und -Osterath mit Krefeld, woher auch die Benennung K-Bahn stammt. Um die Anbindung von Meerbusch zu verbessern, hatte die Rheinbahn Anfang des Jahres den Schnellbus 52 eingesetzt. Er führt von Osterath bis zum Aquazoo, wird aber noch wenig genutzt. „Das Angebot könnte besser angenommen werden“, meint der Technische Beigeordnete.Außerdem verweist er darauf, dass für die Entlastung des Autoverkehrs jeder beitragen kann, und zwar bei Wegen innerhalb des Ortes. „Jeder kann sich fragen, ob man wirklich das Auto nutzen muss. Zum Brötchenholen oder zum Arzt kann man oft auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad fahren.“