Meerbusch: Konverter: Heveling lobt Bürgerinitiative

Meerbusch: Konverter: Heveling lobt Bürgerinitiative

Der Bundestagsabgeordnete und CDU-Politiker spricht auf dem Dr.-Franz-Schütz-Platz mit etwa 30 Bürgern über die angedachte Anlage in Osterath. Die Meerbuscher wissen, dass ihr Vertreter in Berlin kaum eine Erfolgschance hat

Nein, Ansgar Heveling (CDU) ist kein Energie-Experte — und das gibt der Politiker auch zu. "Es gehört aber zu meinen Aufgaben, mich als Vertreter dieses Wahlkreises auch in diese Themen einzuarbeiten", sagt der 40-Jährige, der Meerbusch als Abgeordneter im Bundestag vertritt.

Die etwa 30 Bürger, die ihn im Bundestagsmobil auf dem Dr.-Franz-Schütz-Platz in Büderich besuchten, stellten ihm für seine Bemühungen gegen den angedachten Konverter in Osterath zwar ein gutes Zeugnis aus. So ganz wollen sie aber nicht daran glauben, dass Heveling tatsächlich noch etwas an der Entscheidung für den Konverter der Bundesregierung ändern kann.

Im Mai 2012 hat die Regierung ihre Pläne für den Netzausbau vorgestellt. Am Netzverknüpfungspunkt Osterath sollten zunächst "Nebenanlagen" entstehen, seit September 2012 geht es um einen Konverter. Dieser wäre ein Knotenpunkt der geplanten Stromtrassen von Norden nach Süden. Die Bürger monieren die Nähe zum Wohngebiet, von dem aus sie ab 2017 einen optimalen Blick auf die riesige Anlage statt auf freies Feld hätten.

Ansgar Heveling spricht sich gegen die Idee der schwarz-gelben Bundesregierung aus und steht in Sachen Konverter auf der Seite seiner Meerbuscher Wähler. "Da ist bei der Planung etwas eklatant schiefgelaufen", sagt er über den angedachten Standort. Dabei lobt Heveling insbesondere das, was die im Oktober 2012 gegründete Initiative gegen den Doppel-Konverter Osterath geleistet hat. "Das ist beispielgebend", sagt er. "Die sachliche Tiefe ist enorm, ebenso die Art und Weise, wie der Protest transportiert wird." Heveling würde auch aus anderen Wahlkreisen mitbekommen, wie Bürgerproteste laufen, "und da steht Meerbusch schon ganz anders da". Was er damit sagen will: besser. "Ich sehe kaum ein Register, das Sie noch nicht gezogen haben", lobt Heveling die engagierten Bürger.

Allerdings haben sie das Gefühl, dass ihre Aktionen in Berlin kaum ankommen. "Es sieht furchtbar aus", meint Kirsten Danes von der Initiative vor der Ende April anstehenden Entscheidung im Bundestag. Dabei machen sie und ihre Mitstreiter dem Abgeordneten keinen Vorwurf. "Wir teilen ihm unseren Protest mit, er trägt ihn nach Berlin", sagt sie. "Aber alleine schafft er das nicht — denn dort wird die Bürgerakzeptanz mit Füßen getreten."

Der Vorsitzende des Meerbuscher Vereins Bürger gegen Fluglärm, Christoph Lange, droht im Namen seiner Kollegen damit, dass bei den Konverter-Befürwortern CDU und FDP offenbar nur noch ein Signal wirke — und zwar das bei der Bundestagswahl am 22. September. Auf Langes Frage an Heveling, wie "man Philipp Rösler (Wirtschaftsminister, Anm. der Red.) erklären könnte, dass er auf die Fresse fliegt, wenn er so weitermacht", antwortete Heveling nur mit einem milden Lächeln. Lange gab sich die Antwort selber. Wenn Leser- und Protestbriefe, eine Menschenkette sowie die Entscheidung für oder gegen einen Stromversorger nicht mehr helfen würden, dann "muss man als Wähler eine Entscheidung treffen, um ein Zeichen zu setzen".

(RP/ila)
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