Großes Schützenfest in Meerbusch-Büderich

Büdericher Schützenfest endet am Mittwoch : Das Schützen-Brauchtum hat Zukunft

Das Büdericher Schützenfest hat am Sonntag gestartet und wurde am Dienstag mit einem Empfang durch Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage fortgesetzt. Mittwochabend wird die Königin gekrönt.

Jeder Gast, der am Dienstag das Verwaltungsgebäude am Dr. Franz-Schütz-Platz betrat, wurde mit einer anderen Melodie begrüßt – aufgespielt vom Bundesfanfarencorps Büderich 1968. Diese Begrüßung gehörte zu den Neuerungen, von denen Angelika Mielke-Westerlage auch mit Blick auf den Veranstaltungsort sprach: „2020 sehen wir uns zu diesem Anlass im Rathaus-Garten an der Dorfstraße wieder.“

Die Bürgermeisterin hatte zum traditionellen Empfang der Stadt für den Schützenkönig, seine Minister Ralf Granderath, Klaus Höterkes, Michael Mielke und Marco Wehmeier, Ehrenkönig Bernd Schumacher-Adams und viele „handverlesene Gäste“ eingeladen: „Das Fest, das langsam zu Ende geht, wird wiederum als ein Höhepunkt in Erinnerung bleiben.  Vor allem die große Schützenparade am Pfingstmontag war sehr gelungen – wir haben sie bei bestem Wetter genossen.“

Die Tradition des Empfangs seitens der Stadt hat der frühere Bürgermeister Dieter Spindler eingeführt. „Das war 2008“, erinnert er sich. Dass Schützenkönig Rainer I. in kurzen Lederhosen am Empfang teilnahm, kommentierte die Bürgermeisterin als „mutig“: „Aber Sie können das perfekt tragen.“ Die Anregung, an einem der Schützenfesttage Tracht zu tragen, habe man sich in Mittenwald geholt, so der Schützenkönig.

Rainer I., seit 33 Jahren Schütze, ist glücklich über seine „schützenverrückte“ Königin Heike und schwärmt: „Die Schützenfesttage vergehen wie im Rausch. Die große Zuwendung, das Winken und Lächeln rührt auch ein bisschen.“ Jungschützenkönig Jens Rademacher genießt den Blick aufs Publikum ebenfalls. Vor den Gästen – bestehend unter anderem aus Präses Michael Berning, Vize-Bürgermeister Leo Jürgens, den Beigeordneten Frank Maatz und Michael Assenmacher, Vertretern des Stadtrats wie Margret Abbing, Marlis Homuth-Kenklies, Nicole Niederdellmann-Siemes und Werner Damblon sowie Vertretern aus Brauchtum und Wirtschaft – dankte Peter Gröters als Vorsitzender der St. Sebastianus Schützenbruderschaft: „Unsere Feste funktionieren nur dank der harmonischen Zusammenarbeit mit der Stadt.“

Dem schlossen sich der zweite Vorsitzende Werner Jung sowie Oberst Matthias Schneiders an. Mit dem Sektglas in der Hand forderte Angelika Mielke-Westerlage auf, weiter die Werte „bekennen, bewahren, beleben“ zu leben: „In diesem Sinne wird Brauchtum weiter geführt.“ Schießmeister Michael Bödefeld verkündete abschließend, dass die Jux-Parade im Rahmen der Pfingstdienstag-Parade wegfällt: „Das wurde nach Abstimmung so beschlossen.“

Am Montagabend hätte sich vor allem Königin Heike Höterkes sich sicher kaum träumen lassen, dass das Geburtstagsständchen beim Ehrenenmpfang von Präses Michael Berning im Pfarrgarten nur die Generalprobe für später war. Am Abend stimmten rund 800 Schützen und viele Gäste das „Happy Birthday” an und rührten das Königspaar Rainer I. und Heike Höterkes damit zu Tränen. Unter den Ehrengästen an diesem Tag waren auch NRW-Finanzminister Lutz Lienenkämper aus Strümp und Bezirkskönig Heinz-Willi Heesen aus Nievenheim-Ückerath.

Ein strahlendes Lachen zauberte Oberst Matthias Schneiders dagegen Ehrenkönig  Bernd Schumacher-Adams ins Gesicht, als er ihn vor jubelndem Publikum zum neuen Regimentsarzt berief. Zusammen mit Ärmelband und Ernennungsurkunde erhielt der Mediziner ein entsprechendes Praxisschild, das jetzt  an der Dorfstraße die echte Praxis des Urologen ziert. Einen ersten Rettungseinsatz hatte der Mediziner sogar schon vor der Ernennung anlässlich eines Schwächeanfalles eines Gastes beim Fest absolviert.

Ein großer Moment am Pfingsmmontag war die Krönung der Kinder- und Jugendkönige. Ex-Kinderkönigin Celina Bödefeld errang mit dem Wechsel in die nächste Altersklasse direkt die Würde der Schülerkönigin. Auch ihre jüngere Schwester Alicia ließ die männliche Konkurrenz hinter sich und errang mit dem Lasergewehr schneller mehr Treffer und sicherte sich so die Kinderkönigskrone und damit die Nachfolge ihrer Schwester.

Eine echte Schrecksekunde erlebte der frisch beförderte Major Michael Hermes. Kurz vor der Parade schreckte plötzlich das Pferd seines Adjutanten Sascha Motes und fiel rücklings hin. Schnell rappelten sich beide wieder auf, aber Hermes musste trotzdem gleich beim ersten Mal den Husarenzug alleine anführen.

Vor 70 Jahren auch schon beim ersten Schützenfest dabei war Bert Bender (auf dem Foto rechts außen), Mitglied der Marine-Kompanie. Foto: RP/Mike Kunze

Ein besonderes Lob brachte Thomas Hummelsbeck den Büdericher Schützen dar. Der Löricker Schützenchef bedankte sich, dass zum großen Schützenzug zum 150-jährigen Jubiläum der benachbarten Bruderschaft in „Büderich-Ost” allein so viele Teilnehmer aus „Büderich-Mitte” angemeldet sind wie aus allen linksrheinischen Düsseldorfer Regimentern zusammen – 17 Kompanieabordnungen, neun Berittene sowie Vorstand, Stab und Königshaus. Vor 70 Jahren auch schon beim ersten Schützenfest dabei waren Bert Bender und Heinz Hoven, die 1949 im Opagencorps des Königs Heinrich Hagemus waren. Mitglieder der Bruderschaft konnten sie erst später als 15-Jährige werden. Hoven trat der heutigen Königskompanie Waidmannsheil bei, Bender ist bis heute der Marine-Kompanie treu.

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