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Meerbusch: Freiwillige nicht wegzudenken

Meerbusch : Freiwillige nicht wegzudenken

Eva Bensberg absolvierte an der Raphaelschule als erste ein Freiwilliges Soziales Jahr. Sie betreute das Spielhaus, half bei der Einzelförderung und begleitete Projekte wie das heilpädagogische Voltigieren.

Eva Bensberg ist hin und her gerissen. "Natürlich bin ich traurig, denn es war sehr schön hier", sagt die junge Frau. Ein Jahr lang hat sie an der Raphaelschule ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) abgeleistet. Jetzt wartet das Studium auf sie. Das FSJ hat ihr in der Studienwahl sehr geholfen. Nach einem Praktikum in einer Grundschule war ihr klar, dass sie keine Grundschullehrerin werden will.

"Nur Primarstufe ist schön, aber ich möchte auch etwas mit älteren Kindern zu tun haben", erklärt sie. Diese Gelegenheit hatte sie in Strümp. An der Förderschule gibt es zehn Klassen – von der ersten bis zur zehnten, mit jeweils elf bis 16 Schülern.

Nach einem Probetag war für Eva Bensberg und Schulleiter Armin Hellmich klar, dass sie zu Beginn des Schuljahres als Unterstützung an die Förderschule kommen sollte. Sie war an der Lehranstalt die erste, die dort jemals ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvierte. "Wenn man gesehen hat, was mit Freiwilligen möglich ist, sind sie jetzt nicht mehr wegzudenken", sagt Hellmich – und hofft darauf, dass sich für das nächste Jahr wieder einer bewirbt.

"Für alle, die vorhaben etwas im sozialpädagogischen Bereich zu machen, ist das FSJ ein Findungsweg", erklärt Hellmich. Sie hat ihr Studienfach durch das FSJ gefunden. Sie will ab September Sonderpädagogik studieren.

Der Gegensatz zu anderen sozialen Bereichen bestehe darin, "dass man sich in dem Rahmen einer schulischen Institution zurecht finden muss", erläutert Hellmich die Anforderungen. Bensberg hat das geschafft und will dort bleiben.

Ihr Tätigkeitsfeld war vielfältig und hat ihr einen guten Einblick in ihren Wunschberuf geboten: von der regelmäßigen Betreuung des Spielhauses über Einzelförderung beispielsweise in Mathe und Deutsch bis hin zur Begleitung von Projekten wie das heilpädagogische Voltigieren. "Ich konnte selbst Ideen entwickeln und mich auch auf die Arbeit mit Einzelgruppen konzentrieren", erzählt die angehende Studentin.

Besonders schön fand sie, dass sie die Entwicklung der Schüler beobachten konnte. "Sie haben sich alle wahnsinnig verändert", strahlt sie. Begeisterung für die Arbeit muss sein, denn der finanzielle "Anreiz" ist gering. 200 Euro Taschengeld bekam sie pro Monat, der Mindestbetrag für das FSJ. Dafür kann sie es sich aber in ihrem Studium anrechnen lassen.

Beim Start sei sie sofort gut von den Kindern aufgenommen worden. "Die Kinder waren sehr offen und haben direkt mit mir gespielt", berichtet sie von ihrem ersten Tag. "Natürlich kann ich sie freundschaftlicher behandeln als die Lehrer. Sie vertrauen sich mir auch eher an, weil der Altersunterschied geringer ist. Konsequent muss man aber trotzdem bleiben".

Offenbar hat sie diese Mischung gut hinbekommen. Schulleiter Hellmich hat ihr angeboten, dass sie für das Referendariat gerne an die Schule zurückkommen kann.

(RP)