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Meerbusch: Fußballer protestieren

Meerbusch : Fußballer protestieren

Der Fußballverband Niederrhein will zur Saison 2012/13 neue Kreise bilden. Sechs Vereine aus Meerbusch wehren sich geschlossen gegen die geplante Einteilung. Sonderfall Büderich will im Kreis Düsseldorf bleiben.

Als vor kurzer Zeit eine Nachricht im elektronischen Postfach der Vereinsvertreter der sechs Meerbuscher Fußballklubs landete, waren sie alle gleichermaßen erstaunt und geschockt über den Inhalt. Ohne Rücksprache hatte der Lenkungsausschuss des Fußballverbands Niederrhein (FVN) die Meerbuscher Vereine im Zuge der geplanten Verbandsstrukturreform in eine neue Gruppe eingeteilt.

Hintergrund des Ganzen: Der FVN plant eine umfassende Strukturreform, bei der die bisherigen 14 Kreise auf acht reduziert werden sollen. Das bedeutet, dass zum Teil Kreise entweder aufgelöst oder ihnen andere angeschlossen werden.

Bei der ersten Variante waren die Meerbuscher Vereine Anfang dieses Jahres im neu gebildeten Kreis C gelandet, gemeinsam mit Dormagen, Grevenbroich, Jüchen, Kaarst, Korschenbroich, Neuss und Krefeld. "Das war nicht unsere Wunschvorstellung. Aber Abstriche müssen alle machen, und wir konnten mit diesem Vorschlag allesamt sehr gut leben", sagt Sebastian Runge, Vorstandsmitglied des OSV Meerbusch, stellvertretend für alle sechs Vereine.

Doch aus Krefeld regte sich dagegen großer Widerstand und so wurde im stillen Kämmerlein ein neuer Plan ausgearbeitet, der kürzlich veröffentlich wurde — sehr zum Ärger der Meerbuscher. Zwar fanden sich der TuS Bösinghoven, der FC Büderich 02, der OSV Meerbusch, der SSV Strümp, der ASV Lank und der FC Adler Nierst weiterhin im Kreis C wieder, doch dieser umfasste nun 23 Vereine weniger, weil die Krefelder Teams plötzlich umgruppiert worden waren. "Wir sind überhaupt nicht gegen die Strukturreform, aber wir wehren uns entschieden gegen diese neue Konstellation, weil der Kreis C in dieser Form keine Zukunft hat", stellt Thomas Feldges, 2. Vorsitzender des FC Büderich 02, klar.

Lediglich 65 Vereine mit derzeit 729 Mannschaften gehörten diesem Kreis C an — das seien mit Abstand die wenigsten aller acht neu gebildeten Kreise. "Mit dieser Zusammensetzung werden gleich zwei der wesentlichen Parameter zur Strukturreform nicht erfüllt. Zum einen wird die vorgegebene Zahl der Vereine pro Kreis um fast 50 Prozent unterschritten, zum anderen fehlen etwa 300 Mannschaften zur Zielerfüllung", ergänzt Johannes Peters, Vorsitzender des TuS Bösinghoven.

Aus diesem Grund haben die sechs Meerbuscher Klubs den FVN jetzt in einer gemeinsamen Stellungnahme aufgefordert, die Gruppen noch einmal neu einzuteilen. Einen Lösungsvorschlag haben sie gleich mit geliefert: Ihrer Ansicht nach sollen die heutigen Kreise 4, 5 und 6 (Mönchengladbach, Neuss und Kempen/Krefeld) zu einem Großkreis fusionieren. "Die Bewahrung von Kooperationen, Traditionen, Lokalderbys, eingespielten Strukturen und gewachsenen Verbindungen müssen aus unserer Sicht als "weicher" Faktor beim Reformprozess mit ins Kalkül gezogen werden, deshalb ist diese Variante die beste", unterstreichen die Vereinsvertreter.

Die Zeit drängt, denn bereits Ende des Jahres soll die Strukturreform auf einer außerordentlichen Versammlung beschlossen werden. Peters: "Wir machen uns berechtigte Hoffnungen, dass unser Vorschlag berücksichtigt wird."

(RP)