Leverkusen: Opladener Handel: Umbau, Umzug, Aufgabe

Leverkusen: Opladener Handel: Umbau, Umzug, Aufgabe

Einem Medienbericht zufolge will "b4" schließen. Deichmann baut um. Gastronomie rüstet auf.

Die Antwort fällt schmallippig aus: "Wir sagen dazu nichts", parierte gestern eine Mitarbeitern in der Zentrale der regionalen Modekette "b4 fashion" in Bergisch Gladbach die Telefonanfrage unserer Redaktion. Zum Geschäftsführer stelle sie nicht durch. Die Bergische Landeszeitung hatte berichtet, die "b4" beabsichtige, "ihre Filialen in der Region" zu schließen. "Mitarbeiter des Unternehmens haben bestätigt, dass sie über die Schließung informiert worden seien", meldete das Blatt, nannte aber keine weiteren Details. Für Opladen wäre es der Verlust eines Modegeschäfts mitten in der Fußgängerzone.

Die ist gerade im Umbruch - baulich mit der Umgestaltung der Bahnhof-, Kölner- und Goethestraße innerhalb des Stadtteilentwicklungskonzeptes Opladen. Aber auch in Sachen Einzelhandel. Vor kurzem hat Woolworth die Renovierung abgeschlossen, vor einigen Tagen hat der Schuhfilialist Deichmann seine Dependance an der Düsseldorfer Straße bis Juni wegen Umbaus geschlossen. Schilder am Bauzaun vor dem alten Rewe künden vom baldigen Umzug des DM-Drogeriemarktes vom jetzigen Standort in das ehemalige Supermarkt-Ladenlokal am Eingang der Fußgängerzone. Und auf der Bahnhofstraße soll es demnächst losgehen mit dem "vielversprechenden Konzept" eines neuen Restaurants im ehemaligen Fahrradgeschäft, sagt Rainer Bertelsmeier von der Wirtschaftsförderung Leverkusen. Insgesamt seien Filialschließungen und Geschäftsumzüge Teil eines normalen Einzelhandelsprozesses. Nebenan in Köln ginge das noch viel zügiger als hier mit Filialschließungen und -Eröffnungen. "Dass Deichmann umbaut, DM umzieht, Woolworth renoviert hat, zeigt, dass diese Filialisten am Standort Opladen zufrieden sind." Bernd Fass vom Gemeinnützigen Bauverein Opladen (GBO) hat kürzlich gesagt, "die Innenstädte entwickeln sich vom Handel hin zu Dienstleistungen". Bertelsmeier merkt auch an, dass der stationäre Handel wegen der Internetkonkurrenz zu kämpfen habe, allerdings,, habe Opladen in den Seitenstraßen "starke, inhabergeführte Geschäfte". Aus diesen Reihen gebe es ebenso wie von anderen immer wieder Interesse, mit dem eigenen Handel ("Wir haben Anfragen quer durch die Branchen") in die Fußgängerzone zu ziehen - wenn denn die Ladenmieten besser passen würden, teils auch die Geschäftsgrößen. Da übereinzukommen, sei ein "Prozess, das geht nicht von heute auf morgen. Wir sind in Gesprächen mit den Eigentümern", sagt Bertelsmeier.

Die soll auch der neue Quartiersarchitekt führen, der dieser Tage seine Arbeit aufnimmt und Haus- und/oder Ladenlokaleigentümern unter anderem bei der Frage zur Seite stehen wird, "wie kann ich meine Immobilie/meinen Laden zukunftsfit machen?".

' Deichmann an der Düsseldorfer Straße hat vergangene Woche für Umbauarbeiten geschlossen. Foto: L. Hauser
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Auch bei den Geschäften in den Seitenlagen soll sich etwas tun. "Dort gibt es sehr schöne Konzepte. In diese Quartiere wie Birkenbergstraße oder obere Kölner Straße wollen wir richtig Zug reinkriegen."

Rainer Bertelsmeier macht noch einen Trend aus: "Die Zukunft der Innenstädte liegt in der Gastronomie", sagt er. Es gehe ums Flanieren, Sitzen, Genießen." Und die Gastronomen in Opladen wollen laut Bertelsmeier investieren - unter anderem in eine etwas einheitlichere Gestaltung der Außenbereiche. "Der städtische Gestaltungsleitfaden dazu wird langsam umgesetzt", merkt er an.

(RP)
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