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Leverkusen: Erinnerungen an die gute, alte Schulzeit

Leverkusen : Erinnerungen an die gute, alte Schulzeit

Zur 60. Wiederkehr ihrer Schulentlassung versammelten sich 24 von 60 einstigen Schülern jetzt im Opladener Restaurant "Stippenhüschen". Insgesamt acht Jahre hatten sie die evangelische Volksschule Herzogstraße, die heutige GGS Herzogstraße, besucht. Und die meisten wohnen noch immer in Leverkusen und Umgebung.

Nur Karin Roman war eigens aus Klagenfurt (Österreich) zum Klassentreffen angereist. "Wir hatten eine wirklich gute Gemeinschaft", begründete sie ihr Kommen. Sie und die anderen, allen voran Organisator Hans-Gerd Schönberger, schwärmten dann auch im Rückblick: "Wir haben viel gelernt und sind auch ohne Abitur im Beruf weitergekommen", unterstrich Schönberger. "Im Gegensatz zu manch' heutigem Schülern beherrschen wir noch die deutsche Rechtschreibung und können im Kopf rechnen", ergänzte Edeltrud Hannemann.

Sie hatte, um den Gesprächsstoff nicht ausgehen zu lassen, eine alte Schürze mitgebracht, die sie damals im Handarbeitsunterricht bestickt und bis jetzt aufbewahrt hat. Dazu ließ sie ein altes Poesiealbum, Liederheft und Lesebuch rundgehen, in dem auch "Die Glocke" von Schiller enthalten war, ein Gedicht, das damals alle Kinder auswendig lernen mussten. Lese- und Lachstoff gab es also genug.

Aber es war nicht alles nur gut. Denn zu der damaligen Zeit durften die Schülerinnen und Schüler noch gezüchtigt werden. Lehrer Link unterrichtete die Klasse 8a und war beliebt. Bei ihm durften die Kinder Hörspiele im Radio anhören, mussten allerdings anschließend Aufsätze darüber schreiben.

Aber Lehrer Müsse, der die 8b unterrichtete, war stets aufgebracht, wenn in seinem Musikunterricht mal etwas nicht gut gelang. Dann verteilte er Hiebe auf die Finger mit dem Geigenstock, erzählten die Klassentreffler aus ihrer bewegten Vergangenheit. Einmal aber, da habe ein Schüler seine Hand einfach zurückgezogen. Und der Geigenstock zerbrach.

(gkf)