Leverkusen: Eltern und Kinder sammeln Müll - und setzen ein Zeichen

Leverkusen: Eltern und Kinder sammeln Müll - und setzen ein Zeichen

Hochmotiviert starten Stefanie Bendau und ihre Tochter Jana mit Handschuhen und Müllsäcken ausgestattet ihre Tour durch den Wohnpark Steinbüchel. Die Beiden sammeln mit fünf weiteren Eltern und Kindern freiwillig Unrat vom Straßenrand und den Spielplätzen - und dabei kam gestern einiges zusammen.

Dahinter steckt die Aktion "Wir für unsere Stadt", bei der in den kommenden Tagen die Stadt durch viele Helfer auf Hochglanz poliert wird. Angemeldet hatte die Gruppe Agnes Dahlem. Die 55-Jährige ist Sozialpädagogin und arbeitet in dem Stadtteil für die Caritas im Rahmen der Frühen Hilfen im Familiencafé. Dort treffen sich regelmäßig Eltern und Kinder zum Kaffeetrinken und Spielen.

"Wir wollen mit gutem Vorbild vorangehen", berichtete Dahlem. Deshalb seien Mütter mit ihren Kindern unterwegs. Sie sollen schon im frühen Alter sensibilisiert werden. Es ist das Miteinander, auf das es der Gruppe ankommt.

Ein Vorhaben, das immer wieder klappt. Bereits im fünften Jahr treffen sie sich. Allein die dreijährige Jana hat in den vergangenen zwei Jahren viermal in einer solchen Gemeinschaft Müll gesammelt. Erst kürzlich mit ihrer Kindergartengruppe. "Selbst dort hat Müll gelegen", erzählt sie eifrig, ehe sie mit den Gummistiefeln in eine große Pfütze springt.

  • Monheim : Kinder sammeln Müll im Wald

Mutter Stefanie Bandau ergänzt, diese Putzaktionen hinterließen schon einen nachhaltigen Eindruck bei ihrer Tochter. "Wenn wir an einer Bushaltestelle stehen - und dort ist häufig viel Müll -, dann will sie sofort anfangen, ihn wegzuräumen", erzählt sie lächelnd. Es dauere einige Zeit, bis das Mädchen dann doch wieder anfange, den Unrat zu übersehen.

In den fünf Jahren, in denen sich die Eltern des Elterncafés auf die Straße begeben, ist mitunter Skurriles zusammengekommen. Autoreifen, Windeln und einmal gar ein Berg Sperrmüll, der achtlos auf die Wiese gestellt wurde, sind dabei zu nennen. Auch gestern sollte ein ungewöhnliches Teil zur Sammlung hinzukommen: ein im Gebüsch liegendes und zusammengefaltetes Nummernschild eines Autos.

Gestartet war der Tross an der Albert-Schweitzer-Straße. Dort befinden sich die Räumlichkeiten des Familiencafés. Dann ging es über den Festen Weg sowie die angrenzende Wiese hin zur Schopenhauer Straße und entlang des Wohnblocks. "Die Anwohner reagieren sehr positiv auf uns", sagte Dahlem. Die Gruppe hofft, auch sie zum Mitmachen zu bewegen.

(brü)