Sonderbarer Sonderweg

Sonderbarer Sonderweg

Auf den ersten Blick klingt die Erklärung der Stadt Leverkusen nach verantwortungsvollen Umgang mit finanziellen Ressourcen. Man habe erst einmal sicher planen und Aufträge vergeben wollen, damit man später nicht Gelder zurückzahlen müsse, heißt es aus dem Rathaus. Hört sich gut an.

Auf den zweiten Blick fällt dieses Argument jedoch in sich zusammen. Denn geplante Projekte gab es schon genug. So wollte die FDP schon 2016 Mittel für Schulsanierungen im Etat 2018 erhöhen. Baudezernentin Deppe entgegnete jedoch, das mache keinen Sinn, man habe Investitionsstau von 14 Millionen Euro. Den bekommt unter anderem die Gesamtschule Schlebusch zu spüren. Der politische Wille zum Ausbau der gymnasialen Oberstufe dort besteht seit dem Beschluss zur Gründung der Sekundarschule vor vier Jahren. Vorlagen zu dringend notwendigen Baumaßnahmen bei den drei Berufskollegs fehlen noch immer. Die Entscheidung zur Neuaufstellung eines Berufsschulentwicklungsplanes ist sechs Jahre alt! Fazit: Leverkusen nimmt sich für Planung gerne viel Zeit - bleibt nur die Frage, wie teuer das den Bürger zu stehen kommt.

PeterClementPeter.Clement@rheinische-post.de

(RP)