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Weitere Diskussionen um Glasfaser-Ausbau in Witzhelden

Schleppende Digitalisierung : Diskussion um Glasfaser-Ausbau geht weiter

Ein Investor will in Teilen von Witzhelden Glasfaser verlegen. Seitdem wird diskutiert. Die FDP kritisiert Politik und Verwaltung.

Warum hält sich das Interesse vieler Witzheldener in Grenzen, in einen Glasfaseranschluss zu investieren? Das Thema treibt viele Menschen um, vor allem in sozialen Netzwerken. Jetzt hat sich  auch Lothar Esser (FDP) zu Wort gemeldet.

Er schreibt: „Das nicht vorhandene Interesse der Bürger Witzheldens an moderner Glasfasertechnologie mag auf den ersten Blick schockierend oder merkwürdig sein, auf den zweiten Blick jedoch wenig verwunderlich. Die Bürger Witzheldens sehen offenbar die Zukunftstechnologie, die durch ein flächendeckendes Glasfasernetz erst möglich ist, für wenig nützlich oder notwendig an. Viele der Bürger sind mit dem jetzigen Status Quo zufrieden und fühlen sich damit offenbar wohl. Wozu also Veränderung?“

Liegt es also an der Demografie Witzheldens, warum sich die Nachfrage nach einem Glasfaser-Anschluss so in Grenzen hält? „Viele können beispielsweise mit modernen Streamingdiensten, die höhere Datenübertragungsraten erfordern, wenig oder nichts anfangen. Das Internet wird über das Senden und Abrufen von E-Mails oder das gelegentliche „googlen“ hinaus nur wenig oder gar nicht genutzt“, meint Esser.  Wozu also dann 5G-Technologie, wozu überhaupt schnelle Datenübertragungen von mehr als 50 Mbit/s zu Hause, wozu also Glasfaser mit Bandbreiten bis zu 1000 Mbit/s?

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Laut Esser liegt das Problem aber auch bei Politik und Verwaltung. „Nehmen wir zum Beispiel die 5G- Technologie, die für das autonome oder vollautomatisierte Fahren eines Autos notwendig ist. Damit können attraktive Sharing-Dienste ermöglicht und angeboten werden, die auch im ländlichen Bereich eine deutlich bessere Mobilität und vor allem deutlich günstigere Mobilität ermöglichen. Sicherlich nicht heute, vielleicht auch noch nicht morgen, aber sicherlich übermorgen.“

Ein weiteres Beispiel sei der Bürgerservice mit Digitalisierung der Dienste im Bürgerbüro. „Statt das Aufsuchen des Bürgerbüros für den Bürger eben durch Digitalisierung so wenig wie möglich notwendig zu machen, werden sogar die Servicezeiten ausgeweitet, und das sogar auf einen Samstag mit höheren Personalkosten“, schreibt Esser. Das sei Stillstand und rückwärtsgewandtes Handeln mit weniger Effizienz für deutlich mehr Geld. „Welche Kommune in Deutschland leistet sich das noch?“

Seine Schlussfolgerung: Wenn also Politik und Verwaltung im eigenen Handeln die Möglichkeiten moderner Technologie links liegen lassen, wie wolle man dann Aufgeschlossenheit der Bürger erwarten? Mit der Ausgabe eines iPads für die Ratsdienste sei es auf jeden Fall nicht getan.

(cebu)