Leichlingen: Neukirchener Straße wird tiefer gelegt

Leichlingen: Neukirchener Straße wird tiefer gelegt

Die bisherige Planung für die Umgestaltung der Innenstadt ist so gut wie vom Tisch. Stadt und AS Projektentwicklung präsentierten jetzt eine völlig neue Idee. Zentraler Punkt: ein neues, großes Wohn- und Geschäftsgebäude, das sich über die Neukirchener Straße hinweg erstrecken soll.

Nach monatelangen Debatten um Fassadengestaltung, Aufteilung von Baukörpern und der Suche nach geeigneten Mietern für die Geschäftsflächen werden die Uhren für die Umgestaltung der Leichlinger Innenstadt jetzt wieder auf Null gestellt. Bürgermeister Ernst Müller und die Firma AS Projektentwicklung von Horst-Alexander Spitzkopf (Eigentümer des Tankstellen- und Kaufparkgeländes) stellten Vertretern des Leichlinger Stadtrats jetzt jedenfalls eine Planungsvariante vor, die einen völlig neuen Ansatz verfolgt. Entwickelt hat sie ein Stuttgarter Architekturbüro, das "viel Erfahrung mit Städten unserer Größenordnung hat", wie Müller gegenüber unserer Zeitung erklärte.

Noch sind zwar nicht alle Details geklärt, wesentliche Grundzüge lassen sich aber bereits ausmachen:

Verkehr Die Verkehrsproblematik – in der bisherigen Diskussion stets einer der umstrittensten Punkte – soll mit einem spektakulären Vorhaben gelöst werden. Die Neukirchener Straße soll teilweise tiefergelegt werden. In einem Bereich etwa von Höhe der Einmündung Am Büscherhof bis zum Kreisverkehr Montanusstraße würde sie dann unterirdisch verlaufen und mit Abfahrten in eine Tiefgarage versehen werden, die zu beiden Seiten der Straße verläuft und rund 500 Stellplätze bieten soll. Tageslicht könnte sie durch eine Art gläserne Pyramide erhalten, die neu geschaffen werden soll. Der Rathausplatz würde sich ebenfalls über die Neukirchener Straße hinweg erstrecken.

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Geschäftsfläche Statt verschiedener kleinerer Gebäude zu beiden Seiten der Neukirchener Straße wird es dem neuen Plan zufolge ein neues großes Geschäfts- und Wohnhaus geben, das sich (zumindest ab dem ersten Stock) über den heutigen Straßenbereich hinweg erstreckt. Das ermöglicht – so wurde den Poitikern nach RP-Informationen mitgeteilt – eine Geschäftsfläche von 8000 bis 10 000 Quadratmetern. Neben dem Vollsortimenter-Supermarkt (Rewe) wäre damit auch wieder ein großer Elektromarkt der Kategorie MediaMarkt oder Saturn möglich. "Die Konkurrenz in den umliegenden Städten hat aufgerüstet", sagt Müller: "Mit dieser neuen Variante könnten wir uns nicht nur von den anderen unterscheiden, sondern auch einen großen Teil der Kaufkraft in unserer Stadt halten oder sogar wieder zurückholen." Oberhalb der Geschäftsetagen bliebe ausreichend Raum für betreutes Wohnen oder andere Wohnformen. Auf Pflegeplätze soll gemäß dem Wunsch des Stadtrats allerdings weiter verzichtet werden. Ein zweites Gebäude in der Verlängerung der Rathausachse soll unter anderem eine Gaststätte und Wohnungen erhalten.

Anbindung zum Brückerfeld Sie ist dem Bürgermeister zufolge ein ganz wichtiger Punkt des neuen Vorhabens: Garantieren soll das unter anderem eine neue Wupperbrücke, die etwa am heutigen Parkplatz neben dem Sanitärgeschäft Graichen enden soll. Dieser Parkplatz würde wegfallen, die Postwiese ohnehin in einen Freizeit-Platz umgestaltet. So werde das Brückerfeld attraktiver und könne ebenfalls von der Stadtmitte-Umgestaltung profitieren, sagt Müller.

Grünflächen Offenbar noch nicht komplett berechnet ist der Grünflächenanteil, der sich nach der neuen Planung ergibt. Er fällt vermutlich etwas geringer aus als im bisherigen Entwurf. Müller weist aber darauf hin, dass angesichts der neuen unterirdischen Parkplätze der Rathausparkplatz wegfallen und der alte Baumbestand den Kern eines neuen Parks bilden könnte. "Die Grünflächen werden sich etwas verschieben", sagt der Stadtchef. Aber Wupperpromenade mit Begleitgrün sowie andere Grünflächen sollen weiterhin hohen Freizeitwert garantieren.

(RP/jt)