Leichlingen: Büscherhof: Anwohner in großer Angst

Leichlingen: Büscherhof: Anwohner in großer Angst

Im Mehrfamilienhaus Am Büscherhof 5 hat es zum dritten Mal innerhalb von vier Wochen gebrannt. Einige Bewohner des Hauses können nicht mehr ruhig schlafen und wollen sogar ausziehen. Auch die Nachbarn machen sich große Sorgen. Die Polizei ermittelt.

"Was kommt als Nächstes?" Diese Frage lässt die Bewohner des Hauses, in dem am späten Sonntagabend der Dachstuhl ausbrannte, und deren Nachbarn nicht mehr los. Angst regiert das Viertel unmittelbar neben dem Rathaus der Blütenstadt. Angst vor dem nächsten Feuer. Angst davor, dann nicht mehr rechtzeitig ins Freie zu kommen.

Angst vor dem Unbekannten, der zum dritten Mal in nur vier Wochen im Haus Nummer 5 gezündelt hat. Auch die Befürchtung, dass es beim nächsten Mal ein anderes Haus, einen anderen Keller, eine andere Wohnung erwischen könnte, treibt die Anwohner um.

Inge Stöcker ist eine der Bewohnerinnen des Brand-Hauses. "Mir geht es gar nicht gut", sagte die 83-Jährige gestern Morgen im Gespräch mit unserer Zeitung. "Ich habe um 22 Uhr einen Knall gehört, dann haben schon Leute geschrien, dass es brennt." Die Nacht zum Montag hat die Rentnerin bei ihrem Schwager verbracht, "schlafen konnte ich aber nicht", sagte sie. "Überhaupt habe ich nachts Angst, fühle mich nicht mehr sicher. Vielleicht ziehe ich aus."

"Häuffigkeit auffallend"

Am 20. Oktober ging die Brand-Serie los. Ein Unbekannter hatte binnen weniger Stunden zweimal im Kellergeschoss des Acht-Parteien-Hauses Feuer gelegt, so dass das Gebäude evakuiert werden mussten. Sonntagnacht nun brannte der Dachstuhl, meterhoch loderten die Flammen. Die Feuerwehr rückte mit 62 Mann an, löschte sowohl von innen als auch mit der Drehleiter von außen. 20 Menschen wurden wieder evakuiert.

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Auch Wehr-Sprecher Thomas Schmitz sagt: "Die Häufigkeit ist jetzt auffallend." Unter denen, die sich in Sicherheit bringen mussten, war auch Birgit Gutsche aus dem Nebenhaus. "Ich wohne seit 45 Jahren hier, sowas habe ich noch nicht erlebt", sagte sie gestern sichtlich erschüttert.

"Langsam fühle ich mich hier nicht mehr sicher." An die letzten beiden Brände wird die 67-Jährige täglich erinnert; auf der Wiese vor ihrem Balkon stehen noch ein ausgebrannter Backofen und weitere Möbel — verkohlte Überbleibsel vom 20. Oktober, die noch immer auf den Abtransport warten. Anwohnerin Marianne Sommer (72): "Langsam kriegt man es hier mit der Angst zu tun."

Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Sprecherin Gabriele Bienewald: "Wir ermitteln in alle Richtungen — sowohl ein technischer Defekt als auch Brandstiftung kommen derzeit in Betracht." Eine Explosion, wie einige Anwohner vermuten, habe es nicht gegeben, da keine Trümmer nach außen geschleudert worden seien.

Hausverwaltung planlos

Die Anwohner klagen, das Schloss der Haustüre schließe nach wie vor nicht richtig, könne einfach aufgedrückt werden. Hausverwalterin Gabriele Schanz ("Cremers Weiden"): "Die Türe funktioniert. Die Brände sind dramatisch und es wird Brandstiftung vermutet. Aber was sollen wir machen?!"

Hier geht es zur Bilderstrecke: Dachstuhlbrand: Der Tag danach

(RP/rl)