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Leichlingen: Flüchtlingsunterkunft jetzt im ehemaligen Obdachlosenhaus

Leichlingen : Flüchtlingsunterkunft jetzt im ehemaligen Obdachlosenhaus

Das Gebäude Friedensstraße 38 ist bislang von der Stadt Leichlingen zur Unterbringung von Obdachlosen genutzt worden. Nun muss die Stadt neue Wege bei der dringend notwendigen Unterbringung von Flüchtlingen gehen und lässt diese auch in das Obdachlosenhaus einziehen.

Ulrich Conrads vom Sozialamt berichtet, dass mittlerweile sieben Flüchtlinge dort eingezogen sind. Sie müssten allerdings mit einer drei-Zimmer-Wohnung von 75 Quadratmetern auskommen: "Wenn es eine Familie wäre, dann könnten wir die sicherlich so nicht unterbringen. Wir bekommen aber nach wie vor immer wieder erwachsene Männer ohne Anhang zugewiesen", berichtet Conrads. Unter den Neuzugängen bei den Asylbewerbern seien ein syrischer Vater mit seinem 16-jährigen Sohn. Ansonsten seien seit Juli insgesamt 27 Flüchtlinge aller möglicher Nationalitäten nach Leichlingen gekommen, mit den Schwerpunkten Guinea und Eritrea: "Das sind so viele, wie sonst in einem halben Jahr", vergleicht Conrads.

Ein zunehmend wachsendes finanzielles Problem sei für die Stadt die Krankenversorgung der Flüchtlinge, für die es keine ausreichende Deckung durch Landesmittel gebe: "Wir haben als Stadt in einem Fall 45 000 Euro und in einem weiteren 20 000 Euro an Krankenhauskosten für Flüchtlinge aufbringen müssen", berichtet Conrads. Die Asylbewerber kämen oftmals in einem sehr schlechten gesundheitlichen Zustand ins Land: "Aus humanitären Gründen wollen wir ja auch helfen, aber gesetzlich sind wir eigentlich nur verpflichtet, akute und schmerzlindernde Behandlungen zu finanzieren. Prekär sei die Situation aber, weil es nicht möglich sei, eine Krankenversicherung für Flüchtlinge abzuschließen.

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Rund 100 Flüchtlinge seien jetzt auf die beiden Unterkünfte an der Friedensstraße und Oberschmitte-Bennert verteilt. Insgesamt 14 Asylbewerber hofft Conrads auf die ehemalige Obdachlosenunterkunft bis zum Jahresende verteilen zu können. Das könne aber nur gelingen, wenn die bisherigen Obdachlosen auf dem freien Markt anderweitig Wohnraum finden können. Auch hofft Conrads immer noch darauf, dass Asylbewerber, die mittlerweile Hartz IV beziehen, eigene Wohnungen finden. Rechnerisch müsste das möglich sein bei einem Unterstützungssatz von 390 Euro Kaltmiete für 50 Quadratmeter, meint er.

(RP)