Handball : Prunkstück Abwehr

Handball-Oberligist SG Langenfeld rührte beim verdienten 28:24-Sieg gegen die HG Remscheid über weite Strecken harten Beton an. Herausragender Spieler war Fabian Düllberg, der elf Treffer beisteuerte.

Der sprühende Glanz fehlte bisweilen, aber der Handball-Oberligist SG Langenfeld (SGL) setzte die Ankündigung von Stefan Wagener ziemlich beeindruckend um. "Für uns ist diese Saison noch nicht gelaufen", hatte der Kapitän vorher betont – und zugleich hohen Einsatz für den Rest der Serie angekündigt, für die sich der Aufsteiger durch den längst gesicherten Klassenerhalt neue Ziele suchen muss. Beim verdienten 28:24 (13:12) über die HG Remscheid zeigte die Mannschaft von Trainer Heino Kirchhoff erneut, wie sie sich in der Spitzengruppe etablieren konnte.

Eine Frage des Willens: Fabian Düllberg (Mitte/mit Ball) vereinigte Entschlossenheit und Lust am Handball auf perfekte Art und Weise. Foto: Matzerath

Langenfeld stellte über 60 Minuten vor einem guten Keeper Fabian Bremer eine großartige Deckung mit einem vorgezogen unermüdlichen rackernden Vinzenz Preissegger hin. Und im Angriff war Rückraumspieler Fabian Düllberg mit elf Treffern ein entscheidender Faktor. "Ich habe nichts zu kritisieren", urteilte Kirchhoff, "mich hat unter anderem beeindruckt, wie sauber wir in der Abwehr gearbeitet haben."

Fehlwurf ohne Folgen

Langenfeld legte das 2:0 (4.), 4:2 (9.) und 6:4 (14.) hin, ehe sich bei fünf Minuten ohne eigenes Tor bis zum 6:7 (18.) der einzige nennenswerte Durchhänger einschlich. Dass Dawid Rosiak einen Siebenmeter vergab (17.) und kurz darauf weitere unglückliche Szenen hatte, passte zum allgemein herrschenden Chaos, warf die Hausherren allerdings nicht aus der Bahn. Beim 8:7 (23.) lag die SGL wieder vorne und nach dem 9:9-Ausgleich (24.) lief die HG fast nur noch hinterher.

Die kurioseste Szene der Partie dürfte der Wecker gewesen sein, der die Hausherren endgültig auf den richtigen Weg brachte. Gerade 25 Sekunden waren in der zweiten Hälfte vorbei, als Remscheids Thomas Zeller fürs Foul an André Eich eine Zeitstrafe kassierte. Ergebnis des Versuchs, die Überzahl auszunutzen: Eich passte den Ball ungenau auf den Kollegen Düllberg, der offensichtlich überrascht war und einen technischen Fehler einstreute. Jan Oberdick durfte kurz darauf sogar das 13:13 erzielen (33.), bevor die SGL den Turbo einschaltete.

Die 8:2-Serie vor allem durch Düllberg und Christian Majeres (jeweils drei Treffer) machte mit der 21:15-Führung (42.) den Weg frei für Langenfeld, das sich ebenso ruhig wie leidenschaftlich seinen Weg durch die Begegnung suchte. Weil Kirchhoffs Team nahezu immer die richtigen Antworten fand, entstand selbst nach dem 23:21 (53.) keine große Sorge mehr. Außerdem diente Fabian Düllberg, der lange nicht mehr so viel Spaß am Spiel hatte, als echtes Muster an Zuverlässigkeit – mit dem 24:21 (53.), 26:22 (57.) und 28:24 (59.).

Auch Majeres stark

"Dülli war überragend", bestätigte Kirchhoff, "und es zeichnet uns ja aus, dass immer wieder andere da sind, wenn es bei einem mal nicht so läuft." Das traf jetzt besonders auf Dawid Rosiak zu, der nach seinem ersten Fehlversuch später einen zweiten Siebenmeter ausließ (48.). Ebenfalls eine gute Note verdiente sich dafür Düllbergs Rückraumkollege auf der rechten Seite. Christian Majeres steuerte fünf Tore sowie eine vorzügliche Deckungsleistung bei. Stefan Wagener schien da wohl irgendwie geahnt zu haben, dass den Worten die entsprechenden Taten folgen sollten.

SG Langenfeld: Hanke, Bremer – Majeres (5), Rosiak, Preissegger (2), Justen (2), Eich (4/2), Düllberg (11), Wagener (1), Felder (2), Körner, Kolletzko, Nelte (1).

(RP)