Monheim: Im Pfingsterfeld soll schon 2020 eine neue Kita gebaut werden

Monheim : Anwohner fürchten Kita-Verkehr

Beim Workshop zum Pfingsterfeld mit gut 70 Teilnehmern ging es vor allem um Einzelinteressen.

So eine jungfräulich weiße Fläche mit städteplanerischen Inhalten zu füllen, ist eine große Herausforderung für Bürger. Leichter fällt es indes, sich an vorgegebenen Fakten zu reiben. Davon zeugte auch der Workshop, zu dem die Stadt am Dienstagabend eingeladen hatte, um mit Bürgern über die Planung eines neuen Wohngebietes im Pfingsterfeld zu diskutieren. Es handelt sich dabei um die Fläche zwischen dem Heinrich-Häck-Stadion, dem Kleingartengelände Grüner Grund und der Straße Im Pfingsterfeld. Die Stadt möchte dafür das Umspannwerk und die quer verlaufende Hochspannungsleitung verlegen. Drei Planungsbüros waren dabei, das Haaner Büro ISR moderierte.

Das Dortmunder Büro Bläser, Jansen und Partner hatte das Thema Bürgerbeteiligung wörtlich genommen und einen leeren Plan und eine Vielzahl von bedruckten Karten zu Stichworten wie Infrastruktur, Grün, Gebäudetypologie mitgebracht. Aber die Diskussion verhakte sich schnell in nachbarschaftlichen Anliegen. Der Stein des Anstoßes: Die Stadt will nach Angaben von Daniel Zimmermann schon Ende 2019 Pläne für eine fünfgruppige Kita im äußersten Süden des Gebietes vorlegen, die also gut sieben Jahre vor dem Bau der ersten Wohnhäuser auch den Ortsteil Zaunswinkel mitversorgen soll.

Die dafür nötigen beiden Grundstücke hat sie bereits erworben. Anlieger der benachbarten Straßen fürchten, dass die Kita mehr Verkehr in ihre Wohnstraßen bringen wird – was zumindest für die ersten sieben, acht Jahre zutrifft, wie Zimmermann einräumt. Danach soll die Straße zum neuen Wohngebiet Im Pfingsterfeld abgepollert werden. Die Zaunswinkler wünschen sich auch, dass der Grünzug als Puffer zum Neubaugebiet weiter unangetastet bleibt.

Ebenso traten Vertreter des Kleingartenvereins Grüner Grund für den Erhalt der südlich angrenzenden Streuobstwiese ein, die in das Planungsgebiet einbezogen wurde. Sie regten auch an, in Zusammenhang mit dem Neubaugebiet einen dereinst geplanten Radweg nördlich der Anlage bis zum Häck-Stadion auszuführen.

Der ehemalige Betreiber einer Hühnerfarm, Markus Stock, wiederum warf seine Idee in die Runde, einen Teil seines Grundstücks in einen Kinderbauernhof umzuwandeln. „Für so etwas muss man sonst bis nach Düsseldorf fahren.“ Tiere auf seinem Hof wären ihm auch lieber als Wohnhäuser.

Die Workshop-Teilnehmer äußerten auch den Wunsch, dass sich in dem auch für kleingewerbliche Nutzungen vorgesehenen östlichen Teil des Gebietes ein Lebensmittelmarkt, ein Bäcker oder Metzger niederlassen sollten.

Wenig dezidierte Anregungen gab es indes von ihnen zur Anordnung der verschiedenen Häusertypen und Quartiersplätze. Einig war man sich lediglich darin, keine Hochhäuser zuzulassen und die von der Stadt gewünschten Mehrfamilienhäuser möglichst weit von den Bestandsgebäuden abzurücken. Jochen Füge vom Büro ISR Haan stellte klar, dass die barrierefreien Häuser mindestens drei, vier Stockwerke zählen müssten, damit sich ein Aufzug lohne. Der Architekt Harald Wennemar beteuerte, dass bei ihm bei drei Etagen plus Staffelgeschoss Schluss wäre. Der Architekt Thomas Schüler hatte sich bereits Gedanken über die Erschließung gemacht, die grundsätzlich über die Nord-Süd-Spange erfolgen soll. „Entweder über die Straße Im Pfingsterfeld oder stufenweise über mehrere versetzt angelegte Quartiersplätze. Allerdings würde dies auch mehr Verkehr ins Viertel ziehen.“ Die drei Büros haben jetzt bis September Zeit, auf Grundlage der städtischen Vorgaben und Bürgeranregungen Entwürfe herzustellen. Im Oktober soll ein zweiter Workshop stattfinden.

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