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Langenfeld: Langenfelder helfen nach Flutkatastrophe

Langenfeld : Langenfelder helfen nach Flutkatastrophe

Alexander Schürmann und Amir Kovacevic sind aus dem Überflutungsgebiet in Bosnien-Herzegowina zurück. Fast alle Häuser der Stadt Doboj standen unter Wasser. Es gab viele Tote.

Mit 24 Europaletten und zwölf Tonnen gespendeten Hilfsgütern im Wert von rund 25 000 Euro an Bord hatte sich am vorletzten Donnerstag ein 40-Tonnenlastzug auf eine 14-stündige Reise zur überfluteten Stadt Doboj nach Bosnien-Herzegowina aufgemacht. Jetzt kehrten die Organisatoren der Hilfsaktion, Alexander Schürmann und Amir Kovacevic, nach fünf Tagen aus dem Überflutungsgebiet zurück. "Die Hilfsaktion unseres Langenfelder Tennisclubs Grün-Weiß war ein großer Erfolg", sagt Tennistrainer Alexander Schürmann. "Aber ohne die Unterstützung sowie die Spenden des Vereins, der Firma Henkel, vieler Langenfelder, der Stadt und der Feuerwehr hätten wir das nicht geschafft. Dafür sind wir sehr dankbar".

Zusammen mit dem bosnischen Clubbistroleiter, Amir Kovacevic, der Verwandte und Freunde in der überfluteten Stadt Doboj hat, folgte Schürmann dem Hilfsgütertransport in einem Auto ins Flutkatastrophengebiet, um dort alle Hilfsgüter persönlich an die Menschen zu verteilen. Nachdem sich die Ankunft des Transporters schnell herumgesprochen hatte, kamen immer mehr Menschen zu der Verteilstelle. "Die Menschen in Doboj waren so dankbar. Am meisten hat mich berührt, wie hilfsbereit sie untereinander waren und einfach in dem ganzen Zerstörungschaos nicht aufgegeben haben", sagt Alexander Schürmann. Der Tennislehrer packte mit an und verteilte zusammen mit Amir Kovacevic die in einem trockenen Keller gelagerten Tüten mit Putzmitteln und Hygieneartikeln oder Bettlaken an die Familien.

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"Die Hygieneartikel und Desinfektionsmittel waren dringend nötig, viele Häuser sind noch schmutzig und voller Keime von dem Flusswasser", berichtet Schürmann. "Fast alle Häuser der Stadt standen unter Wasser". Die Fluten haben sämtliche Supermärkte, Läden, Restaurants und Cafés zerstört. Die Bevölkerung darf kein Wasser aus örtlichen Leitungen trinken, zu hoch ist noch immer die Infektionsgefahr. "Wir hatten dann noch Spendengelder übrig und haben dafür Lebensmittel und Wasser für die Menschen gekauft", erzählt der Langenfelder. Sieben Tage lang gab es keinen Strom. An vielen Ecken steigen Rauchschwaden von verbrannten Trümmern und Tieren auf. Überall versuchen die Menschen, wieder ein Stück Normalität herzustellen. Sie putzen oder räumen auf. Mit Minen wurden viele Straßen gesprengt, damit das Wasser wieder in sein Flussbett zurücklaufen konnte. Nachdem das Flusswasser zurückgegangen war, zeigte sich erst das ganze Ausmaß der Katastrophe. "Geschätzt 50 Tote, zerstörte Häuser und viele tote Tiere. Soldaten und Studenten aus Mostar und Sarajevo sind immer noch dabei, die Trümmer zu beseitigen und die Stadt wieder aufzuräumen", sagt Amir Kovacevic. "Mein Cousin und mein Onkel haben alles verloren, was sie sich hier aufgebaut hatten. Das hat mich sehr betroffen gemacht", sagt der Clubhausleiter.

(vg)