Langenfeld: Hans Litterscheid trug viel zur Stadtentwicklung bei

Langenfeld: Hans Litterscheid trug viel zur Stadtentwicklung bei

In der 28 Jahre dauernden Amtszeit als Bürgermeister wurden in Langenfeld die Weichen für das Wachstum gestellt.

28 Jahre lang war der am Freitag gestorbene Hans Litterscheid (ehrenamtlicher) Bürgermeister von Langenfeld. Bis zuletzt interessierte sich der 92-jährige gebürtige Richrather für das kommunalpolitische Geschehen und die Stadtentwicklung, ohne sich öffentlich einzumischen.

1946 trat Litterscheid in die CDU ein, 1961 wurde er Langenfelder Bürgermeister. In seiner Amtszeit bis 1989 wurden die Grundlagen für die kontinuierliche Entwicklung Langenfelds zur prosperierenden Mittelstadt gelegt. Die Einwohnerzahl stieg in diesen 28 Jahren von 32 900 auf 51 100. Der Bau des Rathauses leitete die Verlagerung der Stadtmitte von der Hauptstraße zur geografischen Mitte ein, auch Sparkassen-Hauptstelle, Konrad-Adenauer-Gymnasium und Kaufhaus stärkten die später weiter ausgebaute City. Auch Kindergärten, das Martinus-Krankenhaus, Senioreneinrichtungen, die Weiterbildungslandschaft und kulturelle Angebote entstanden in Litterscheids Amtsjahren oder wurden entscheidend ausgebaut. Ebenso sind Industrie- und Gewerbeflächen mit seinem Namen verbunden.

Die persönlichen Erlebnisse Litterscheids in der Nazi-Diktatur und im Zweiten Weltkrieg, gepaart mit der Grundeinstellung und Wertevermittlung in seinem katholischen Elternhaus, hatten seine politische Arbeit und Einstellung geprägt. Sechs Jahre nach seinem Eintritt in die CDU begann 1952 seine "politische Karriere" als Kreistagsabgeordneter im Rhein-Wupper-Kreis. 1956 wurde er Ratsherr in Langenfeld, 1961 einstimmig gewählter Bürgermeister, und eine Legislaturperiode lang arbeitet er neben dem Bürgermeisteramt als Mitglied des NRW-Landtags. Der Sprung in den Bundestag scheiterte 1965 an wenigen Stimmen.

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Ein Herzensanliegen war Litterscheid die deutsch-französische Freundschaft; die 1969 besiegelte Partnerschaft mit Senlis die logische Konsequenz. Die Langenfelder schätzen ihren Alt-Bürgermeister; seine neutrale, überparteiliche Amtsführung bleibt in Erinnerung.

Schon vor dem Tod seiner Frau Hildegard vor drei Jahren hatte Litterscheid in seinem Leben manchen Schicksalsschlag verkraften müssen: Sein vier Jahre älterer Bruder Fritz war mit 24 an einer Lungenentzündung gestorben, Litterscheids Tochter Brigitte verunglückte im Alter von 25 Jahren tödlich auf der Rückfahrt aus dem Griechenland-Urlaub. Eine Stütze war ihm stets Tochter Hildegard, die mit Mann und zwei Kindern in Münster wohnt.

Geehrt wurde Litterscheid unter anderem mit Bundesverdienstkreuz (1973), Ehrenbürgerschaft (1989) sowie Verdienstorden des Landes NRW (2003).

(RP)
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