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Monheim: Ganz schön doll am Eck

Monheim : Ganz schön doll am Eck

Bei der Altweiberparty in Monheim trotzten die Jecken dem schlechten Wetter. Vor dem mit Herzblut zusammengestellten Programm musste Bürgermeister Daniel Zimmermann den Rathausschlüssel herausrücken.

Die Prinzgardisten haben ihre aufgeputzten Hüte mit Plastiktüten geschützt. Umhänge halten den Regen ab. Ein Saxofonist hat vorsorglich einen Schal um sein Instrument gewickelt und unter einer Markise Schutz gesucht. Trotz Dauerregens ist es voll am Doll Eck. Vor der Bühne drängen sich Hexen, Kühe, Teufel, Cowboys und warten auf die Profi-Jecken. Auf einem Anhänger haben sich die "Paniker" aufgestellt.

"Der Regen macht uns nix", sagt Antje Peters aus Hellerhof. Sie hat elf Freunde mitgebracht — wie in jedem Jahr. Getränke und Proviant hat die Truppe in der Mitte postiert. Die Altweiberparty am "Doll Eck" kann beginnen. "Sie kommen", ruft Emil Drösser, Chef des Monheimer Panik-Orchesters ins Mikrofon. Mit Musik, Helau und Applaus werden die Karnevalisten, die gerade Bürgermeister Daniel Zimmermann das Zepter abgerungen haben, empfangen.

Fanfarencorps (Garath), Altstadtfunken, Prinzengarde, "Kinn Wiever" und die Marienburggarde ziehen ein und machen Programm. Prinz Jörn I erweist sich als Stimmungskanone. Mit "Schatzi, schenk mir ein Bild von dir", bringt er die Jecken unter ihren Schirmen zum Schunkeln. Die Prinzengarde verdient sich ebenso wie die Garde "Kin Wiever" jede Menge Applaus für ihre Tanzkünste.

"Hier wird Karneval noch so richtig gefeiert", finden Marita Muth (67) und Ellen Leder (73). Beide haben ihre Köpfe mit Blumenhüten geschmückt. "Spaß, Kontakt und ein leckeres Bier" gehört für sie zum Feiern. Ein Muss ist die Altweiberparty am "Doll Eck" für die Studentinnen Victoria Gerling (22)und Patrizia Sabetta (22). "Wir sind aus Monheim", sagen sie — so, als ob das zum Feiern unterm Schelmenturm verpflichtet. Das bunte, engagierte und unterhaltsame Programm auf der Bühne gibt ihnen Recht. Gemeinsam mit Emil Drösser haben die Karnevalsgesellschaften eine Choreografie entworfen. "Da steckt Herzblut drin", glaubt man Drösser sofort, der mit seinen Panikern punktgenau das Bühnenprogramm begleitet.

(RP)