Langenfeld: Langenfeld: Kabeldiebe stören Bahnverkehr

Langenfeld : Langenfeld: Kabeldiebe stören Bahnverkehr

Weil unbekannte Täter ein 40 Meter langes Kabelstück von den Gleisen entwendet hatten, kam es am Dienstag und gestern zu erheblichen Störungen auf der Bahnstrecke Düsseldorf-Köln.

Der Diebstahl ereignete sich nach Ermittlungen der Bundespolizei am späten Dienstagabend in der Nähe des Bahnhofs Langenfeld. In Fahrtrichtung Köln bauten die bislang unbekannten Täter ein 40 Meter langes Schienenverbindungskabel aus. Der Strang, der nach Angaben von Polizeisprecher Armin Roggon eine Art Kommunikationskabel darstellte und Informationen zu Störungen auf der Strecke weiterleiten kann, ist für Ganoven wegen seiner hochwertigen Qualität und seines Kupferanteils interessant. "Solche Diebstähle sind zu einer neuen Masche geworden", berichtete Roggon gestern auf Anfrage unserer Zeitung. Inzwischen werden schon allein im Großraum Düsseldorf etwa zwei bis drei Mal im Monat entsprechende Delikte festgestellt.

Um an das teure Material zu kommen, nehmen die Diebe es sogar in Kauf, sich in Lebensgefahr zu begeben – wie auch jetzt in Langenfeld. Nach Polizeiangaben waren die gestohlenen Kabel direkt mit dem Schienenstrang verbunden und mussten aufwändig gelöst werden. Und das, während auf der viel befahrenen Strecke zwischen den rheinischen Großstädten Düsseldorf und Köln immer wieder Züge durchbrausten.

Polizeisprecher Roggon geht davon aus, dass es sich bei den Verbrechern um Profis handelt: "Die wussten, was sie tun." Nahe liegt auch, dass eine Gruppe am Werk war. Denn allein ein Meter des verschwundenen Kabels wiege zwischen fünf und zehn Kilogramm, schätzt Roggon. Macht bei 40 Metern ein Gesamtgewicht zwischen 200 und 400 Kilogramm. Folglich ist davon auszugehen, dass die Kriminellen auch ein größeres Fahrzeug dabei hatten, um den Abtransport einigermaßen reibungslos über die Bühne zu bringen.

Die Chance, dass Diebe beim zeitaufwändigen Stehlen von Schienenverbindungskabeln erwischt werden, ist laut Roggon indes gar nicht so klein. Denn die Kommunikationstechnik in diesen Strängen meldet der Deutschen Bahn umgehend, dass die Strecke beeinträchtigt ist. Wenn Polizei oder Bahnkontrolleure schnell genug sind, kann es für die Langfinger also eng werden.

In der Nacht zu Mittwoch blieb die von Landes- und Bundespolizei eingeleitete Fahndung nach den Tätern indes ohne Erfolg. Der Schaden hatte gravierende Auswirkungen auf den Bahnverkehr. Wegen des fehlenden Schienenverbindungskabels konnten die Zugführer in dem betreffenden Streckenabschnitt bei Langenfeld nur noch auf Sicht fahren. Dadurch kam es zu erheblichen Störungen und Verzögerungen im Bahnverkehr.

Fußballfans betroffen

Betroffen waren auch Besucher des Champions-League-Spiels Bayer Leverkusen gegen FC Barcelona in der Bayarena. Sie wurden kurz vor dem Abpfiff der Partie per Stadionlautsprecher und Videoleinwand über die Probleme an der Bahnstrecke informiert.

Gestern lief der Verkehr laut Polizeisprecher Roggon wieder normal; der Schaden sei behoben worden.

(RP)