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Langenfeld: Betrüger haben Senioren im Visier

Langenfeld : Betrüger haben Senioren im Visier

Der Trend ist klar erkennbar: Viele Betrüger haben es auf das Geld von Senioren abgesehen. "Die Fälle des so genannten Enkeltricks häufen sich in den vergangenen Tagen", sagt Polizeisprecher Ulrich Löhe. Dabei beginnen die meisten Telefongespräche mit Formulierungen wie "Rate mal, wer hier spricht?". So oder ähnlich rufen Betrüger ältere Menschen an. Sie geben sich als Verwandte aus, Enkel, Neffen oder gute Bekannte, die kurzfristig dringend Bargeld benötigen. Das traurige Ende: In ihrer Hilfsbereitschaft händigen oft genug Senioren den Tätern Geld, EC- oder Kreditkarten und sogar Schmuck aus. Am Donnerstag scheiterten drei Betrugsversuche in Langenfeld.

Laut Polizei rief gegen 9.15 Uhr ein Unbekannter eine 79-jährige Reusratherin an und gab sich als deren Enkel aus. Er brauche dringend Geld für den Kauf eines Autos, behauptete er und brachte die Seniorin dazu, einen höheren Betrag von der Bank abzuheben. Doch danach kam der 79-Jährigen die Sache doch seltsam vor und rief bei ihrem Sohn an. Der kam und brachte das Geld zur Bank zurück. Der Betrüger rief danach nicht mehr an, hatte die Anwesenheit des Sohnes womöglich beobachtet. Ebenfalls am Donnerstag waren gegen 10.45 Uhr eine 85-Jährige in der Innenstadt und eine 84-Jährige in Richrath angerufen worden. Beide hatten aber Verdacht geschöpft, als ein angeblicher Enkel Geld für ein Auto haben wollte.

Auch mit anderen Tricks versuchen Betrüger, Senioren um ihr Erspartes zu bringen. Bei einer 76-jährigen Frau aus Haan erbeutete ein Ganove am Donnerstag die EC-Karte plus Pin sowie Schmuckstücke und Uhren im Wert von 15 000 Euro. Gegen 11 Uhr hatte ein unbekannter Anrufer vorgegeben, Angestellter eines örtlichen Geldinstituts zu sein. Er schilderte, dass in der Nacht sämtliche Automaten der Bank aufgebrochen worden seien und dass aus diesem Grund die EC-Karte der Kundin dringend benötigt und von einer Angestellten sofort abgeholt werden würde. Noch während des Telefonats erschien eine Frau an der Wohnungstüre, welche die EC-Karte mit Pin ausgehändigt bekam. Der Anrufer erklärte, dass seine Bank über eine neue Methode verfüge, wertvollen Schmuck fachgerecht zu fotografieren. Seine Kollegin würde in einem Fahrzeug mit speziellem Gerät die Stücke nur kurz ablichten und dann zurückbringen. Die Frau gab dann Schmuck und Uhren an die angebliche Bankangestellte. Als beides nach einer halben Stunde nicht zurückgebracht wurde, verständigte sie die Polizei.

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Die Polizei warnt eindringlich vor der Betrugsmasche. Immer öfter geht sie in Altenheime und klärt auf. "Mit ein paar Dingen kann man sich schon wirkungsvoll schützen", sagt Löhe. Niemals soll man Details zu familiären oder finanziellen Verhältnissen preisgeben, am besten nimmt man bei unbekannten Anrufern immer Rücksprache mit anderen Familienmitgliedern. Ganz wichtig: Niemals Geld an Unbekannte übergeben. Ein guter Schutz gegen solche Anrufer ist ein Code-Wort. Innerhalb von Familien oder Freundeskreisen soll man vorher ein Code-Wort vereinbaren, das man bei unbekannten Anrufern nachfragt.

(mei/rei)