Krefeld: Vespa-Rallye am Niederrhein

Grenzenlos unterwegs: Vespa-Freunde laden zur Niederrhein-Rallye

Italienische Kult-Roller am Niederrhein: Der Krefelder Vespa-Club „Schaltkreuzritter“ organisiert eine „Rallye ohne Grenzen“, geplant sind Stopps in Deutschland, den Niederlanden und Belgien. Vespa-Fans können sich jetzt anmelden.

Das Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit macht für Vespa-Fans ihre Liebe zu dem italienischen Kult-Roller aus. Genau dieses Gefühl soll jetzt an den Niederrhein geholt werden, und zwar in Form einer Vespa-Rallye. Die „Giro Senza Confini“, zu Deutsch „Rundfahrt ohne Grenzen“, führt ihre Fahrer einmal von Krefeld durch das Rheinland über die Grenze in die benachbarten Niederlande und eventuell Belgien und entlang der Maas durch Straelen wieder zurück. Dabei werden rund 400 Kilometer an einem einzigen Tag zurückgelegt.

Mitmachen darf jeder Vespa-Fahrer, unabhängig vom Alter des Modells. Die Voranmeldung für die am 7. September stattfindende Rallye läuft bereits auf der Webseite des Vereins „schaltkreuzritter.de“, die reguläre Anmeldung startet am ersten Februar. Die Startgebühr beträgt 185 Euro.

Italienisches Lebensgefühl, per Vespa an den Niederrhein geholt. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

 Leif Sturm ist der Kopf des Vespa-Clubs Schaltkreuzritter, der die Giro Senza Confini zusammen mit dem niederländischen Club Sittard organisiert. Er hat bereits mit 18 seine erste Vespa gekauft. Mittlerweile hat sich die Sammlung auf vier erweitert. Mit seiner Liebe für die italienischen Roller hat er auch Clubmitglied Matthias Metzner angesteckt: „Die Liebe zum Zweitaktmotor hatte ich schon von meinem Opa geerbt. Und irgendwann hat Leif mal einen Schwung Vespen importiert. Ich bin dann bei ihm eine gefahren und habe sie gekauft.“ Auch bei ihm kam noch eine weitere Vespa dazu. Lars Bundesmann, ebenfalls Mitglied, hat sich mit 17 seine erste Vespa gekauft, doch die Leidenschaft musste bei Ehe und Kindern etwas zurückstehen. Seit drei Jahren ist der 59-Jährige wieder Feuer und Flamme und besitzt mittlerweile sechs Vespen. Reizvoll an den Motorrollern seien ganz unterschiedliche Aspekte. „Erstmal der Zweitaktmotor, das italienische Flair, das Freiheitsgefühl und das Nicht-Konforme. Ich setze mich sonntagsmorgens bei schönem Wetter auf die Vespa und fahre den linken Niederrhein entlang – ohne Karte und ohne Ziel. Da schlackert man mit den Ohren, so schön ist das“, schwärmt Bundesmann. Sturm selber schätzt vor allem die Wirkung der Roller auf sein Umfeld: „Als ich mit der Vespa mal nach Italien gefahren bin, wurde ich viel gerufen. Erst dachte ich, die regen sich auf, weil ich so langsam bin, aber die haben mir Daumen hoch gezeigt und sich gefreut.“

Leif Sturm vom Vespa-Club „Schaltkreuzritter“ organisiert die erste Vespa-Rallye am Niederrhein. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)
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Solche Situationen wird es während der Giro senza Confini vielleicht auch geben, wenn die Fahrer ihren Tag auf den Rädern verbringen. Die Niederlande stehen bereits als Anfahrtspunkt fest, an der Genehmigung für Belgien wird gearbeitet. Freitagabend bereiten sich die Fahrer nach einem Briefing und der technischen Abnahme mit einer Grillparty auf dem Veranstaltungsgelände in der Nähe der Auktionshalle an der Kleinewefersstraße auf die Rallye vor. Diese startet am Samstag nach einem gemeinsamen Frühstück. Unterwegs gibt es mehrere Stopps, an denen die Zeit gemessen wird. Für jede Zehntelsekunde, die ein Fahrer von der vorgegebenen Zeit abweicht, gibt es Punktabzüge. Auch für das Halten oder Fußabstellen in „No-Stop-Zonen“ werden Punkte abgezogen. Der Fahrer mit den meisten Punkten gewinnt. Nach der Rückkehr gibt es ein gemeinsames Abendessen und die Ergebnisse werden ausgewertet. Am Sonntag werden dann bei einem Galadinner auf der Rennbahn die Sieger gekürt.

Bobby Tess auf seiner Vespa. Viele der Club-Mitglieder besitzen mehrere Vespen. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Zu gewinnen gibt es in jeder Klasse eine individuell angefertigte Trophäe, dazu nützliche Sachpreise wie Zweitakt-Öl, Werkzeuge oder Reifen. Außerdem gibt es, passend zu der Samt- und Seidenstadt, eine Kooperation mit Ascot und folgerichtig Krawatten als Gewinn. Aber Sturm bedauert: „Der Preis, den wir als Club-Mitglieder zahlen müssen ist, dass wir selbst nicht mitfahren können, weil wir organisieren. Aber es gibt nur wenige Vespa-Rallyes in Deutschland und bei denen geht die Tradition eher Richtung Treffen. Wir wollen aber die Kombination aus Naturistikfahrt und Motorsport auf die Beine stellen. Vielleicht motiviert das auch andere Clubs dazu, eine Rallye zu veranstalten. Wir machen selbst auch weiter – 2020 haben wir bereits im Blick: Eine weitere Rallye, bei der wir dann auch mitfahren.“

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