Krefeld: Die Christophorsschule hat eine neue Leiterin

Christophorusschule: Wegbegleiterin für schwerkranke Kinder

Mit Ende des Monats geht Monika Nordmann in den Ruhestand. Die 65-Jährige leitete 18 Jahre lang die Christophorusschule im Helios-Klinikum, in der kranke Kinder unterrichtet werden.

Monika Nordmann (65), Leiterin der Christophorusschule im Helios Klinikum, wird zum Ende dieses Monats in ihren Ruhestand verabschiedet. Sie geht mit „ambivalenten Gefühlen“, wie sie zugibt: „Mein Herz brennt für die kranken Kinder. Auf der anderen Seite haben mich die ständigen Veränderungen im Schulsystem, insbesondere in den letzten Jahren, zunehmend müde gemacht“. Monika Nordmann erzählt, dass sie in den letzten zwei Jahren eine Nachfolgerin aufbauen konnte, die ihre Arbeit fortsetzen wird: „Sie brennt genauso für die Sache und das macht mir den Abschied leichter“. Der Schulausschuss hat bereits zugestimmt; die letzte Entscheidung obliegt dem Rat der Stadt.

Das städtische Christophorusschule hat ihre Räume im Helios-Klinikum gleich neben der Kinderklinik. Foto: helios

Seit 1977 ist Monika Nordmann im Schuldienst und leitet seit 18 Jahren die Christophorusschule im Helios Klinikum - diese ganz besondere Schule. Die Schule für Kranke gehört schulrechtlich nicht zu den Regel- oder Förderschulen, sondern wird in Nordrheinwestfalen als „Schule eigener Art“ bezeichnet. Diese Bezeichnung ist durchaus wörtlich zu nehmen, denn sie ist eine Durchgangsschule für somatisch und psychisch erkrankte Kinder und Jugendliche aller Schulformen im Primarbereich und in der Sekundarstufe. Daraus ergibt sich eine mehr als heterogene Schulgemeinschaft: jedes Kind bekommt einen individuell zugeschnittenen Lehrplan, der im Austausch mit der Heimatschule erstellt wird. „Jedes Kind hat bei uns seinen eigenen Bezugslehrer, denn unsere Aufgabe besteht nicht nur darin, Lernstoff zu vermitteln“, erklärt Monika Nordmann, „vielmehr wollen wir die Kinder auf ihrem schwierigen Weg begleiten und sie stützen. Die zwischenmenschliche Beziehung, die enge emotionale Bindung, ist hier für die Kinder das Wichtigste, denn sie baut Selbstvertrauen und Motivation auf“. Sie führt aus, dass die Lehrkräfte als „Wegbegleiter“ flexibel und sensibel auf die individuelle Krankheitssituation jedes Kindes reagieren. Dies stellt auch eine enorme Herausforderung an das Lehrpersonal dar: „Schule für Kranke kann man nicht lernen, Schule für Kranke muss man leben“, bringt es Monika Nordmann auf den Punkt. „Unser Ziel ist es, unsere Schüler trotz ihrer Krankheit zu fördern und auch zu fordern, um sie möglichst optimal an ihre Heimatschulen zurückzuführen – oder wie in manchen Fällen, einen neuen passenden Förderort für sie zu finden“. Und hier genau liegt eine Schwierigkeit, die es laut Monika Nordmann in früheren Jahren nicht gab: „Da habe ich den Telefonhörer aufgenommen und einen Schulleiter angerufen, um einen geeigneten Platz für ein Kind zu finden, das ist heute so nicht mehr möglich und erschwert unsere Arbeit sehr. Heute läuft die Vermittlung zentral über die Schulaufsichtsbehörde oder Bezirksregierung nach jeweiliger Verfügbarkeit – und das ist nicht wirklich zufriedenstellend“.

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Die Arbeit mit den kranken Kindern und Jugendlichen ist oftmals belastend: „Mir wird jeden Tag vor Augen geführt, wie eng Leben und Sterben zusammengehören“. Gleichwohl hat Monika Nordmann einen Weg für sich gefunden damit umzugehen: „Ich fahre immer mit dem Rad zur Arbeit. Das ermöglicht mir, aktiv etwas Luft zwischen meiner Arbeit und zu Hause zu schaffen“.

Auf die Frage, was sich nach der Pensionierung für sie ändern wird, lacht Monika Nordmann: „Als erstes kommt der Wecker weg!“ Darüber hinaus freut sie sich auf gemeinsame Reisen mit ihrem Mann sowie Zeit für die Enkelkinder und den Garten.

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