Stadtsportverband stellt auf Teams um

Korschenbroich: Stadtsportverband richtet Fachvorstände ein

Mitgliedsvereine stimmten einstimmig einer Änderung der Satzung zu. Wiedergewählter Vorsitzender Dirk Kartarius hat nun drei Stellvertreter. Erste Handlung: Er nimmt eine Ehrung des Landesportbundes in Empfang.

„Wenn alles bleiben soll, wie es ist, muss sich alles ändern“. Dieser Satz aus dem 1956 erschienen Buch „Il Gattorpardo“ von Guiseppe Tomasi di Lampedusa über die Veränderung in Sizilien im 19\. Jahrhundert gilt heute nach wie vor, sogar für den Stadtsportverband Korschenbroich. Er hatte am Dienstag zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung gebeten und für die Sportfunktionäre der Stadt einen Wohlfühlraum geboten: mit einer Ehrung und einem „Runden Tisch“, damit alle ins Gespräch kommen, miteinander streiten oder sich auf die Schulter klopfen konnten. Ein Wohlfühlraum deswegen, weil es vorher schwere Kost gegeben hatte: eine Änderung der Satzung.

„Wir haben das schon seit Mai vorbereitet“, sagte Vorsitzender Dirk Kartarius. Zwar habe es einige Sportfreunde gegeben, die Schwierigkeiten hatten, sich vom Vertrauten zu verabschieden, „aber letztlich haben alle mitgemacht.“ Und dabei geht es um nichts mehr als um eine völlig neu definierte Vorstandsarbeit. Gab es früher neben dem Vorsitzenden und seinem Stellvertreter noch feste Aufgaben wie Kassierer, Schriftführer oder Beisitzer, so ist dies nun völlig anders. Ein geschäftsführender Vorstand soll alle Arbeit übernehmen und unter sich aufteilen. Daneben sorgen Fachvorstände für konkrete Projekte, etwa der Sportstättenentwicklungsplan oder wie der Sport in Korschenbroich in den nächsten Jahren aussehen soll, was eine Fachgruppe mit dem Namen „KoSpo22“ diskutieren wird.

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Da alles gut vorbereitet war, gab es ein einstimmiges Votum. Ebenso wählten die Vertreter der Vereine den bisherigen und neuen Vorsitzenden Dirk Kartarius. Ihm zur Seite stehen nun als Stellvertreter Sven Kurbitz, Peter Baukloh, Melanie Schmuck. Ganz neu ist der Fachvorstand, in den Paul Otten, Helmut Storandt, Albert Delvos und Lothar Fleuth gewählt wurden. „Wir haben nun die Strukturen zukunftsfähig gemacht“, sagte der Vorsitzende. Denn nun müsse zum Beispiel ein gewähltes Mitglied nicht Aufgaben übernehmen, die ihm nicht liegen. Nun könnten gezielt Vereinsmitglieder angesprochen werden, bei den Themen der Fachvorstände mitzuwirken. Nachdem nun in der Dreifachturnhalle Kleinenbroich der theoretische Teil beendet war. sollte der Runde Tisch beginnen. Den hatte einst der Bürgermeister angeregt, um mit den Sportlern ins Gespräch zu kommen. So war Venten gestern ebenso dabei wie der Vorsitzende des Kreissportbundes, Hermann-Josef Baaken und Vertreter der Stadtpolitik. Sie erlebten zunächst eine Ehrung.

Denn Reiner Ulbrich vom Landesportbund übernahm das Wort und lobte zunächst einmal seine eigene vielfältige Arbeit für die im Verband organisierten 18\.596 Vereine, „die stärkste und größte Bürgerbewegung im Land. Dies ist aber nicht überall in der Politik angekommen.“ Mit „überall“ meinte er natürlich nicht Korschenbroich, dort werde es schon gewürdigt. Dies habe er auch daran gemerkt, dass der Stadtsportverband mit einer selbstbewussten Präsentation am Landeswettbewerb „Politikfähigkeit“ teilgenommen habe. „Das ist ein ganz wichtiges Feld, denn der Sport muss mit Politik und Verwaltung auf einer Augenhöhe sein.“ Dass dem in der Stadt Korschenbroich so sei, zeige die Präsentation des Stadtsportverbandes. Dafür hatte Ulbrich eine vom Landesvorsitzenden Walter Schneeloch unterschriebene Urkunde dabei und einen Scheck über tausend Euro. Und den Satz, der den im Korschenbroicher Dachverband organisierten Vereine Wohlbehagen bereitete: „Nach meiner persönlichen Auffassung gehört Korschenbroich zu den 50 Top-Verbänden des Landes.“

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