Kleve: Stiftung Aktion pro Humanität hilft Menschen in Afrika Benin

Stiftung „Aktion pro Humanität“ : Hilfe, die von Herzen kommt

Rückkehr aus Westafrika: Am heutigen Montag kommen 19 ehrenamtliche Helfer zurück ins Kleverland, die zehn Tage für die Stiftung „Aktion pro Humanität“ kranke Menschen in Benin behandelt haben. Dabei haben sie viel erlebt – Freude, Leid und Dankbarkeit der Patienten.

Viel zu tun hatten die Ehrenamtler der Stiftung „Aktion pro Humantät“, die in den vergangenen Tagen zahlreiche Menschen mit schweren und teils lebensbedrohlichen Erkrankungen im westafrikanischen Benin behandelt haben: Jeden Tag operierten sie mehrere Hilfsbedürftige, griffen den afrikanischen Mitarbeitern einer Klinik vor Ort unter die Arme. Die Hilfe der Niederrheiner war stark gefragt, von einem „großen Andrang“ spricht Dr. Elke Kleuren-Schryvers, für die die Hilfe in Westafrika eine Herzensangelegenheit ist. Gemeinsam mit 18 weiteren Medizinern, Technikern und anderen Helfern war sie am 2. November zu der Mission aufgebrochen – für sie fast schon Tradition. Denn Unterstützer der Stiftung „Aktion pro Humanität“ reisen bereits seit Jahren nach Afrika, um dort der häufig notleidenden Landbevölkerung zu helfen.

Initiatorin Kleuren-Schryvers erinnert sich noch genau an die ersten Reisen nach Benin. „Damals war ich betroffen über die Ungerechtigkeit in unserer Welt, die ich dort konkret gefühlt habe.“ Rasch stand für sie fest: Die Gesundheitsversorgung der Menschen in den ländlichen Regionen muss verbessert werden. Kleuren-Schryvers und ihre Mitstreiter setzen sich seit 1994 für eben diese Verbesserung ein; mittlerweile gibt es eine komplette Klinik, deren Betrieb zu einem großen Teil mit Spenden finanziert wird. „Es kommen viele Menschen in unser Krankenhaus, weil wir im Wortsinne ihre allerletzte Hoffnung sind“, sagt Elke Kleuren-Schryvers. Sie erlebt das Leid der Menschen in Benin hautnah – aber auch die Freude über die Linderung ihrer Schmerzen, über ihre Genesung. Und: die Dankbarkeit der Menschen vor Ort, die erfolgreich behandelt werden konnten und nun ein besseres Leben führen können.

Patienten im Beniner Krankenhaus. Rechts im Bild: Elke Kleuren-Schryvers. Foto: APH

In den vergangenen Tagen behandelte die medizinisch-technische Delegation etwa eine 20-Jährige, die seit Monaten unter einem Tumor an der Wirbelsäule leidet, der ihr Bein lähmt. Die Helfer ermöglichten ihr eine Schmerztherapie. Ein anderer Fall: eine junge Frau, die als Notfall-Patientin mit blutendem Unterleib ins Krankenhaus gebracht wurde. Sie hatte ein Kind geboren und eine Blutung erlitten. Die Ärzte versorgten sie mit einer Bluttransfusion. „Ihr geht es besser“, berichtet Kleuren-Schryvers. „Sie ist wach und gut ansprechbar, aber sie hat Fieber.“ Die Frau erhalte Medikamente. Eine weitere gute Nachricht: Auch ihrem Kind geht es gut.

In Sachen Pädiatrie für die Behandlung von Kindern verkünden die Mitglieder der Hilfsdelegation eine positive Entwicklung: In der Klinik wird derzeit eine eigene Fachabteilung eingerichtet, die demnächst mit einem Kinderarzt komplettiert werden soll. In den vergangenen Wochen wurden dort bereits mehr als 450 Patienten behandelt. Laut Kleuren-Schryvers zeigten diese Zahlen, was der örtliche Präfekt immer wieder erzähle: „Die Hoffnung für die Menschen in der Region ist APH.“

In der Kinderklinik pulsiert das Krankenhausleben mit maximaler Schlagzahl. Behandelt wird dort auch ein stark unterernährter Junge, dessen Großmutter ihn nicht mehr ohne Hilfe am Leben halten kann und deshalb die afrikanischen und deutschen Ärzte aufgesucht hat, die vor Ort gemeinsam agieren. Wie Stiftungsvorsitzende Kleuren-Schryvers berichtet, sei die Haut des Jungen aufgeplatzt, es hätten sich Hungeroedeme an seinen Füßen gebildet. „Beide Ärmchen sind aufgrund des Mineralstoffmangels der Knochen gebrochen, wie es den Anschein hat.“ Inzwischen scheint auch dieser Patient auf dem Weg der Besserung zu sein; er trinkt löffelchenweise Aufbau-Nahrung.

Ein Mitglied des ehrenamtlich arbeitenden Ärzte-Teams versorgt einen afrikanischen Patienten. Foto: APH

Die Delegation aus Deutschland meisterte mit den afrikanischen Ärzten auch größere Eingriffe: Sie implantierten einem Patienten etwa ein künstliches Hüftgelenk – und behandelten zahlreiche Menschen mit Zahnproblemen in einer eigens eingerichteten Zahnarztpraxis. Müde, der Landbevölkerung in Benin zu helfen, sind die Niederrheiner keineswegs: Sie wollen weiterhelfen, den Menschen ein besseres Leben ermöglichen.