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Kreis Kleve: Frauen verdienen fast ein Drittel weniger

Kreis Kleve : Frauen verdienen fast ein Drittel weniger

Der DGB-Niederrhein weist auf die aktuelle "Landkarte der Gleichstellung" hin, die die Hans-Böckler-Stiftung gemeinsam mit dem Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBSR) entwickelt und nun aktualisiert hat. Dort liegt erstmals eine nach Geschlecht differenzierte Datenbasis öffentlich zugänglich vor. Unter www.gender-index.de können die Daten von Kommunen und Landkreisen analysiert und verglichen werden.

"Uns fällt beim Themenschwerpunkt Arbeitsmarkt/Beschäftigung besonders auf", so Angelika Wagner vom DGB-Niederrhein, "dass die Frauen im Kreis Kleve, die von Arbeitslosigkeit immer etwas stärker betroffen sind als Männer, bei Arbeitsmarktmaßnahmen jedoch drastisch unterrepräsentiert sind". Im Berichtszeitraum waren 8,6 % der Frauen arbeitslos, bei Männern betrug die Quote 6,8 %. Im gleichen Zeitraum haben 54,6 von 1000 arbeitslosen Männern im Kreis Kleve Zuschüsse zu Eingliederungsmaßnahmen erhalten, aber nur 13,4 von 1000 Frauen. Einstiegsgeld für selbständige Arbeit erhielten 6,5 Männer, aber nur 2,2 Frauen. "Auch die Einkommensentwicklung verläuft für Frauen im Kreis Kleve sehr negativ", so Angelika Wagner weiter.

"Im Berichtszeitraum betrug der durchschnittliche Bruttoverdienst je Arbeitsstunde für Männer im Kreis Kleve 32 Euro, für Frauen jedoch nur 22 Euro. Das sind rund 31,25 Prozent weniger", so Wagner. Dies zeige deutlich, dass es mehr "gleichstellungspolitische Maßnahmen" in der regionalen Arbeits- und Beschäftigungspolitik und in der Wirtschaftsförderung geben müsse.

(RP)