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Weeze: Auch Weeze hat jetzt sein "Priesterhaus"

Weeze : Auch Weeze hat jetzt sein "Priesterhaus"

Am Kirchplatz gibt es neuerdings ein Franziskanerinnen-Konvent, außerdem wohnt der neue zweite Pastor gegenüber. Noch sind auch Jeremiah Ikegbusi und Niesmanns Urlaubsvertretung da: Eine echte Kommunität ist entstanden.

Klaus Martin Niesmann hat sichtlich Spaß an der neuen Situation. Nach Jahren, in denen er als Pfarrer von Weeze relativ allein am Kirchplatz lebte und wirkte, ist es dort derzeit recht munter. Denn Augustin Fernand Mulowayi, der Jeremiah Ikegbusi als Pastor ablöst, wird nicht mehr in Wemb, sondern in einer Wohnung oberhalb des Markt-Cafés und damit praktisch gegenüber wohnen. Ikegbusi ist aber noch da - verabschiedet wird er am Samstag, 20. September, ab 17 Uhr mit einem Dankamt in St. Cyriakus - und zudem gibt es weiteres Kirchenpersonal. Die RP setzte sich gestern mit der gesamten in Weeze vorhandenen Geistlichkeit in Niesmanns Wohnzimmer zusammen.

Gleich neben dem Pfarrhaus - es liegt am Kirchplatz 6 - haben nämlich seit Mai drei Ordensschwestern ihr Zuhause. In Nummer 5 leben Schwester Anthia, Schwester Verelda und Schwester Josefine: Drei Franziskanerinnen, die in Weeze ein neues Konvent gegründet haben. Früher lebten oder arbeiteten in dem Gebäude der Küster, der Kaplan oder ein Pastoralreferent. Jetzt ist die Ordensgemeinschaft, deren Mutterhaus in Münster St. Mauritz steht, in Weezes Mitte beheimatet. Die Damen haben vielfältige Aufgaben in der Gemeinde übernommen, was vermutlich nicht nur den leitenden Pfarrer sehr freut.

"Noch jemand wohnt zurzeit hier: Professor Terence Kennedy, der mich während meines Urlaubs vertreten hat und noch etwas länger bleibt", erzählt Niesmann. Den Moraltheologen, der in Rom lehrt, kennt er schon seit den späten 80-er Jahren. Seit Niesmann Pfarrer ist, stellt er sich als sein Stellvertreter zur Verfügung. "Die theologische Literatur ist oftmals in deutscher Sprache verfasst, deshalb wollte ich Deutsch lernen", erklärt er. Geboren und aufgewachsen ist Terence Kennedy übrigens in Australien, wo ihn Weezes Ortspfarrer auch schon besucht hat.

Die internationale Gemeinschaft Geistlicher - der Deutsche, der Nigerianer, der Mann aus dem Kongo, der "römische" Australier und die drei Schwestern - verbringen regelmäßig Zeit miteinander. "Wir beten gemeinsam das Stundengebet und nehmen manche Mahlzeit miteinander ein", erklärt Schwester Verelda, die als Provinzrätin die niederrheinische Außenstelle ihres Klosters leitet. Sie ist gelernte Heilpädagogin, ihre Mitschwestern sind Altenpflegerin und Krankenschwester. Es lässt sich also denken, dass die drei Frauen in Weeze ein reiches Betätigungsfeld vorfinden: Man kann sie in den Kindergärten, bei Alten und Kranken finden. Und wenn ein Pilger, den der Jakobsweg durch Weeze führt, einen Stempel haben möchte, bekommt er ihn am Kirchplatz 5. Auf Publikumsverkehr ist das kleine Haus zwar nicht eingerichtet, aber die Schwestern haben auch schon mal einem Reisenden, der am Abend klingelte, einen Kaffee gekocht oder einem anderen die Kirche gezeigt.

"Unsere neue Gemeinschaft ist erfrischend und wohltuend, außerdem haben wir jetzt neue Möglichkeiten, den Gläubigen zu dienen", sagt Niesmann. So denkt er zum Beispiel daran, künftig auch außerhalb der Gottesdienstzeiten die Kirche offen zu halten. Ab heute feiert Weeze Kirmes. Die versammelte Geistlichkeit wird dabei sein.

(RP)