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Kevelaer: Bürger wollen Mechelner Platz grün

Kevelaer : Bürger wollen Mechelner Platz grün

Bei der Infoveranstaltung von Stadt und Bürgerinitiative senkte sich die Waagschale eindeutig in Richtung Erhalt des Spielplatzes. Grundstücksverkauf brächte dem Haushalt nur wenig, innerstädtisches Grün ist rar.

So viele Gäste folgen einer Einladungs ins Kevelaerer Museum höchst selten: Bis in den Kassenbereich voll besetzt war das Foyer des Hauses, als Stadt und Bürgerinitiative (gemeinsam!) zum Informationsabend über den Mechelner Platz einluden. Wie berichtet, ging es um die Frage, ob er bebaut werden darf, wodurch der Spielplatz verlegt werden müsste. Für die Bürgerinitiative, die dem Bürgermeister einen dicken Stapel Unterschriften übergab, stand schon vorher fest: Das darf auf keinen Fall sein. Und anders sahen es die Akteure und ihre Mitstreiter nach der munteren Diskussion offenbar auch nicht. Entscheiden wird der Ausschuss für Stadtentwicklung vermutlich im November. Unwahrscheinlich, dass sich die Politik ohne Not den Unmut vieler hundert Bürger zuziehen wird.

Zu Beginn der Veranstaltung erläuterte Bürgermeister Axel Stibi die Vorgeschichte von der Antragstellung eines Privatmannes bis zur Aktion der Initiative. Wie berichtet, möchte Bäcker Janssen-Heursen auf eigenem Grundstück an der Stelle einiger Garagen ein Mehrfamilienhaus errichten. Weil dafür sowieso der Bebauungsplan geändert werden müsste, dachte sich die Verwaltung, man könnte auch einen zweiten Wohnblock auf öffentlicher Fläche realisieren. Damit würde der gewünschten Innenstadt-Verdichtung Genüge getan, und die Stadt würde mit dem Grundstückverkauf Geld einnehmen. Mathematisch talentierte Teilnehmer stellten jedoch fest, dass der städtische Haushalt dadurch vielleicht 150 000 Euro bekäme - und auf der anderen Seite eine beliebte Grünfläche und viel Bürgerzufriedenheit verlöre.

Stibi hatte anfangs um einen vernünftigen Umgangston gebeten: "Dies soll keine Krawall-Veranstaltung werden; wir wollen auf angemessenem Niveau diskutieren." Das gelang auch größtenteils. Der Bürgermeister versicherte, die Verwaltung wolle "die Bürger mitnehmen" und sie keinesfalls, wie befürchtet worden war, übergehen. Aber in der Tat müssten Ideen aus der Verwaltung zunächst mit dem politischen Gremium (das war der Ausschuss für Stadtentwicklung) vorbesprochen werden. Franz Heckens aus der Stadtplanung erklärte den technischen Part und traute sich auch, auf das Recht von Privatleuten zu verweisen, die fraglos initiativ werden dürften, ohne deshalb mit Schmähung rechnen zu müssen. Bäcker Janssen hatte noch einmal recht emotional beklagt, wie schlecht seine Familie von eingien Mitbürgern behandelt werde, seit sein Bau-Interesse bekannt ist.

"Nichts, aber auch gar nichts ist bisher entschieden", betonte Stibi mehrfach und nannte die Argumente der Bürger "sehr gut nachvollziehbar". Die vielen Ratsmitglieder im Publikum werden es gehört haben. Nicht wenige von ihnen haben ihre Kinder ebenfalls vor dem Museum spielen lassen und wollen einen der letzten grünen Flecken in der Innenstadt erhalten. Es ging um ein "Meinungsbild", hatte die Verwaltung betont. Und das scheint recht eindeutig gegen die Bebauung zu sprechen.

(RP)