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Kevelaer: Wember Straße: Erneut schwerer Unfall

Kevelaer : Wember Straße: Erneut schwerer Unfall

Der selbe Ort, ein Tag später, ein ganz ähnlicher Unfall: Eine Autofahrerin, die auf der Wember Straße unterwegs ist, erkennt die querende Weller Landstraße zu spät. Zwei Menschen werden schwer verletzt. Unfallkommission gefordert.

Unglaublich: Einen Tag nach dem schrecklichen Unfall, bei dem zwei Niederländerinnen ums Leben kamen, hat sich gestern schon wieder ein schwerer Unfall an der Einmündung Weller Landstraße / Wember Straße ereignet. Dabei wurden eine 50-jährige Autofahrerin aus Geldern und ihre 70-jährige Beifahrerin schwer verletzt. Der 41-jährige Niederländer, mit dessen Lkw das Auto der Frauen kollidierte, blieb unverletzt. Wie schon am Tag zuvor mussten die Insassinnen des Pkw, die im Wagen eingeklemmt waren, durch die Feuerwehr geborgen werden. Nach notärztlicher Versorgung vor Ort wurden die beiden Frauen in nahegelegene Krankenhäuser gebracht.

Feuerwehrleute und Rettungssanitäter am selben Ort wie einen Tag zuvor: Wieder holen sie zwei Frauen aus ihrem Fahrzeug. Diesmal sind sie ansprechbar und werden in Krankenhäuser gebracht. Foto: Arnulf Stoffel

Georg Valks ist bei allem Entsetzen kaum überrascht: Erst am Nachmittag des Unfalls von Mittwoch hatte er mit der Rheinischen Post über die gefährliche Kreuzung gesprochen. Valks betreibt eine Gärtnerei an der Wember Straße 290 - genau dort, wo jetzt Menschen gestorben sind oder schwer verletzt wurden. Und er weiß, dass es auch vorher schon schlimme Unfälle an genau derselben Stelle gegeben hat. Valks findet dafür sogar gleich mehrere Erklärungen: "Die Wember Straße verläuft, von Kevelaer kommend, in einer Kurve auf die Weller Landstraße zu. Erst kurz vor der Einmündung taucht das Vorfahrtschild auf. Da die Weller Landstraße etwas tiefer liegt, nimmt ein ortsunkundiger Autofahrer die querende Straße erst gar nicht wahr. Und bremst erst, wenn es zu spät ist." Schon häufig seien Autos über die Fahrbahn hinaus geschossen - und gefährdeten dabei nicht zuletzt seine Kinder. "Unser privater Garten liegt auf der anderen Seite der Straße. Jeds Mal, wenn die Kinder hier rüber müssen, habe ich Angst", sagt Valks Frau Sabine. Mit Recht: Das Auto der beiden Frauen aus den Niederlanden kam nach dem Zusammenstoß mit dem Fahrzeug der Aachener Familie, die wie durch ein Wunder fast unverletzt blieb, vor der Hecke zu stehen, hinter der das Spielhaus der Valk-Kinder zu sehen ist.

"Hier muss dringend etwas geschehen, an die Einmündung gehört ein Stop-Schild oder besser gleich ein Kreisverkehr", sagt der Gärtner. Zudem vermisst er ein deutliches Tempolimit und kurz vor der Einmündung eine Bremsschwelle als zwangsweise Geschwindigkeitsregulierung, wie es sie etwa an der Twistedener Straße schon gibt.

Manuela Schmickler, Sprecherin der Kreispolizei, ist überzeugt, dass irgendetwas in dieser Richtung jetzt passieren wird. "Die Unfallkommission des Kreises wird sich kurzfristig vor Ort umsehen, und die Polizei wird sie beraten und Auskunft darüber geben, mit welchen Maßnahmen eine Entschärfung der Situation möglich wäre." Dass sich jetzt unmittelbar nach einander zwei Unfälle an derselben Stelle ereignet hätten, sei auch deswegen irritierend, weil es zuvor "nur" drei innerhalb von drei Jahren gegeben habe. Früher sei die Örtlichkeit allerdings schon mal als Unfallhäufungsstelle definiert gewesen.

Wie Gärtner Georg Valks weiß, sind auf der Wember Straße viele Lastwagen unterwegs - insbesondere Kieslaster. Zudem wird die Straße stark als Zubringer zum Airport Weeze genutzt. Und von Niederländern, die als Pilger nach Kevelaer fahren oder von dort zurückkehren. Es seien eben vorwiegend Auswärtige, die die gefährliche Örtlichkeit nicht kennen. "Warum müssen immer erst Menschen sterben, bevor etwas passiert?", fragt seine Frau.

(RP)